Die genossenschaftliche DZ Bank hat angesichts des steigenden Risikos am Aktienmarkt und des schwachen Wachstums der globalen Wirtschaft entschieden, sich in ihrem Musterdepot von Aktienpositionen und Schwellenländerbonds zu trennen. Stattdessen schichte man nun in Euroland-Anleihen und US-Staatsanleihen um, erklärt die DZ Bank. 

Das Weltwirtschaftswachstum habe in den vergangenen Monaten an Dynamik verloren, was sich sowohl in schwächeren realwirtschaftlichen Indikatoren als auch in fallenden Rohstoffpreisen und einem zuletzt stagnierenden Welthandelsvolumen ausdrücke. Es spreche einiges dafür, dass sich auf absehbare Zeit nichts an dem wenig dynamischen Konjunkturumfeld ändern wird. Die Terrorwarnungen durch IS, die laufende Sanktionsspirale mit Russland und auch die Ebola-Epidemie stellten zusätzliche konkrete Gefahren für das weltwirtschaftliche Wachstum und die Gewinne der Unternehmen dar.

"Gedehnte Bewertung" am Aktienmarkt
Gleichzeitig seien die meisten Aktienmärkte gegenüber ihren historischen Mittelwerten überbewertet, insbesondere der US-Aktienmarkt. Die Mischung aus spürbarer Abkühlung der Wachstumsdynamik und gedehnter Bewertung sei ein "giftiger Cocktail" für wachstumssensitive Assetklassen wie Aktien, so die DZ-Bank-Experten. Das könne letztendlich zu einer Korrektur an diesen Märkten führen. 

Weil die DZ Bank in ihrem Musterdepot einen Total-Return-Ansatz mit einer angestrebten Jahresperformance von jährlich vier bis fünf Prozent verfolge und dieses Ziel mit einer Rendite von aktuell zehn Prozent pro Jahr deutlich überschritten habe, nutze man nun die gute Kursentwicklung der vergangenen Quartale und reduziere die Aktienquote von 25 auf null Prozent. Auch die Schwellenländeranleihen werden verkauft. Die Erlöse will die Bank jeweils zur Hälfte in US-Treasuries und Europa-Anleihen investieren.