Großbanken schließen binnen zwölf Monaten jede dritte Filiale
Die Zahl der Kreditinstitute ist 2024 erneut gesunken, wie die Bankenstellenstatistik der Deutschen Bundesbank zeigt. Auch der Filialabbau geht weiter. Am stärksten fiel er bei den Großbanken aus. Hier sank die Anzahl der Zweigstellen um mehr als ein Drittel.
Die seit langer Zeit anhaltende Konsolidierung im hiesigen Bankensektor hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt, wenn auch mit verlangsamtem Tempo. Dies geht aus der Bankenstellenstatistik 2024 der Deutschen Bundesbank hervor. Im Jahresverlauf sank die Gesamtzahl der Kreditinstitute demnach um 35 (2023: 55) auf 1.368 Institute. Dazu haben der Analyse zufolge vor allem 33 (2023: 52) Fusionen beigetragen, vornehmlich von Genossenschaftsbanken.
Von den insgesamt 45 Abgängen entfielen acht auf Erlaubnisrückgaben, drei auf Umgruppierungen innerhalb des Genossenschaftssektors und einer auf einen Erlaubnisentzug. Dem stehen zehn Zugänge gegenüber. Dabei handelt es sich überwiegend um ausländische Kreditinstitute, die das Ziel verfolgen, in Deutschland präsent zu sein. Hinzu kommen die drei Umgruppierungen im genossenschaftlichen Sektor. Von den Abgängen waren hier 25 auf Fusionen zurückzuführen. Die Zahl der genossenschaftlichen Institute sank damit auf 672, was einem Rückgang um knapp vier Prozent entspricht.
Fünf Sparkassen-Fusionen
Im Sparkassensektor verringerte sich die Zahl der Institute durch Zusammenschlüsse um fünf (2023: 8). Somit verblieben neben den unverändert bestehenden sechs Landesbanken noch 349 Sparkassen. Bei der Zahl der Kreditbanken war 2024 ein Rückgang um vier (2023: ebenfalls 4) auf 238 Institute zu verzeichnen. Die Zahl der Großbanken blieb mit drei unverändert.
Die Anzahl inländischer Zweigstellen verringerte sich der Statistik zufolge deutlich von 19.501 auf 17.870. Mit 8,4 Prozent war der Rückgang wesentlich stärker als in den Vorjahren (2023: rund 5 %, 2022: rund 6 %). Als einen Grund für den Abbau der Filialnetze in allen Banksektoren nennt die Bundesbank die zunehmende Verbreitung des Online-Banking. Hinzu komme der Kostendruck, zu dem die aufgrund der jahrelangen Niedrigzinsphase verschlechterte Ertragslage geführt habe.
Stark gestrafftes Postbank-Filialnetz
Am kräftigsten fiel der Filialabbau bei den Großbanken aus. Hier sank die Zahl der Zweigstellen mit 1.287 um über ein Drittel (-37,1 Prozent) auf 2.184. Dies war deutlich stärker als in den Vorjahren (2023: -248, -6,7 Prozent, 2022: -318, -7,9 %). Der Rückgang entfiel fast ausschließlich auf die Deutsche Bank, die insbesondere das Filialnetz der ehemaligen Postbank deutlich straffte. Damit beträgt der Anteil der Großbanken am gesamten Zweigstellenbestand nur noch 12,2 Prozent (2023: 17,8 %).
Sowohl im Sparkassen- als auch im Genossenschaftssektor verlangsamte sich der Filialabbau im Vergleich zu den Vorjahren. Die Sparkassen – einschließlich der Landesbanken – reduzierten ihr Zweigstellennetz um 178 (2023: 366) auf 6.926 Filialen und damit erstmals auf unter 7.000. Mit einem Anteil von 38,8 Prozent wird hier weiterhin die größte Zahl inländischer Zweigstellen unterhalten. Im genossenschaftlichen Sektor sank die Anzahl der Zweigstellen um 186 (2023: 306) auf 6.402. Der Anteil am Gesamtbestand der inländischen Zweigstellen beläuft sich damit auf 35,8 Prozent. (am)














