Die Infinus AG Finanzdienstleistungsinstitut ist zahlungsunfähig. Über das Vermögen des Unternehmens sei ein Insolvenzantrag gestellt worden, sagte eine Sprecherin des Amtsgerichts Dresden am Freitag gegenüber der "Sächsischen Zeitung".

Nötig wurde der Insolvenzantrag nach einer erneuten Razzia in den Büros des Wertpapierhandelshauses. Die Fahnder ließen am Mittwoch Vermögenswerte beschlagnahmen und Konten sperren – das schnürte dem ohnehin angeschlagenen Unternehmen die Luft ab. Infinus-Vorstand Sven Sonntag hatte bereits am Donnerstag gegenüber dem „Handelsblatt“ vor einer drohenden Insolvenz gewarnt.

Bruno Kübler übernimmt Insolvenzverwaltung
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Infinus AG Finanzdienstleistungsinstitut bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Bruno Kübler. Seine Kanzlei führt bereits bei mehreren Gesellschaften der Dresdener Firmengruppe die Geschäfte, unter anderem bei der Konzernholding Future Business KGaA, die zugleich der mit Abstand größte Emittent des Konglomerats war. Kübler verwaltet auch die Privatinsolvenz des Firmengründers Jörg B. Er ist einer von zehn Beschuldigten in dem Fall. Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft ihnen Betrug und das Betreiben eines Schneeballsystems vor. Rund 40.000 Anleger hatten den verschiedenen Emittenten der Firmengruppe in Summe mehr als 800 Millionen Euro anvertraut.

Die Infinus AG Finanzdienstleistungsinstitut war juristisch vom Rest des Konglomerats separiert, darum war ein Insolvenzantrag auch noch nicht im November nötig gewesen, als die Staatsanwaltschaft Dutzende Konten der zahlreichen Future-Business-Töchter hatte sperren lassen. Das Institut war der wichtigste Vertriebspartner für Orderschuldverschreibungen und Genussrechte des Konglomerats gewesen. Unter seinem Haftungsdach arbeiteten in der Spitze 850 vertraglich gebundene Vermittler, die fast ausschließlich Zinspapiere des Future-Business-Konzerns verkauften. (bm)