In den letzten Jahren haben Medien, Banken und Vermögensverwalter in Deutschland aktiv eine Inflationsfurcht geschürt und die Investoren in "Sachwerte" wie Immobilien oder Gold getrieben, monieren die Experten von StarCapital in der neuesten Ausgabe von "StarInvest". Als Kaufargument wurden steigende Rohstoffpreise sowie eine expansive Geldpolitik ins Felde geführt.
 
Kaum Inflation in Deutschland
"Eine tragische Fehlallokation, auf die wir rechtzeitig immer wieder hingewiesen haben", halten die StarCapital-Experten fest. Sie argumentieren, dass selbst in dem wirtschaftlich begünstigten Deutschland die Inflationsraten nicht steigen, sondern dass sie fallen – die Verbraucherpreise sind gegenüber dem Vorjahr nur noch 1,4 Prozent gestiegen und die Importpreise sogar um 1,6 Prozent gesunken.
 
Als Grund dafür nennt StarCapital den Umstand, dass die von den Notenbanken geschaffene Liquidität nicht nachfragewirksam wird, sondern im Bankensystem "versandet": "Höhere Nachfrage schafft man nur durch steigende Reallöhne – und davon ist europaweit nichts zu spüren, im Gegenteil. Und nachdem das gesamte Sparvermögen inzwischen nur noch mit Minizinsen bedient wird, fällt auch von dieser Seite viel Kaufkraft weg. Dies ist disinflationär!"
 
Deflationärer Schock droht
Für StarCapital ist die Situation noch schlimmer geworden, denn die Zentralbanken sollen inzwischen weltweit offen zu einer Politik der Staatsfinanzierung übergegangen sein. Die Bank of Japan zum Beispiel finanziere bereits deutlich mehr als die Hälfte des japanischen Staatshaushalts über den Aufkauf öffentlicher Anleihen. In den USA und Großbritannien sei es nicht viel anders. Würden die Notenbanken damit aufhören, wäre – laut Einschätzung von StarCapital – ein sofortiger Staatsbankrott die Folge. Die damit verbundene Vermögensvernichtung bei den Anleihebesitzern könnte zu einem deflationären Schock führen. Das wäre das Gegenteil von Inflation.
 
Hausbesitzer – die Opfer der Ochlokratie
Immobilien bieten nach Einschätzung von StarCapital weder einen Schutz vor Inflation und schon gar nicht vor Deflation. Im Gegenteil: Mit dem Erwerb von Häusern wurden auch in den letzten 30 Jahren real nur Verluste erzielt. Zudem seien Hausbesitzer ein dankbares Opfer für staatliche Willkür – egal ob es sich um eine Erhöhung der Grunderwerbsteuern, Zwangsabgaben oder die Deckelung von Mieterhöhungen handelt.
 
Auch für Rohstoffe haben die StarCapital-Experten wenig übrig, da die Weltkonjunktur schwächelt, der CRB-Rohstoffindex seit 2006 wenig Performance brachte und der Goldpreis seit einem Jahr zur Schwäche neigt – daher sollten Investoren lieber in defensive Qualitätsaktien oder in entsprechende Fondsprodukte investieren. (aa)