Die Geldanlage nach ESG-Kriterien (Enviromental, Social, Governance) ist für die Deka von "immenser strategischer Bedeutung", sagt Ingo Speich, seit Anfang April Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei dem Fondsdienstleister der Sparkassen. "Wir sind der Überzeugung, dass ESG – also Ökologie, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung – immer wichtiger, ja letztlich überlebenswichtig werden", so Speich im Interview mit "Wertarbeit", dem hauseigenen ETF-Newsletter der Deka. Deshalb solle dieser Bereich "deutlich" ausgebaut werden.

Speich, einst Aushängeschild des Mitbewerbers Union Investment, ist in seiner neuen Querschnittsfunktion bei Deka Investment für die strategische Entwicklung und die operative Implementierung der Themen Nachhaltigkeit und Corporate Governance verantwortlich. Er soll unter anderem dafür Sorge tragen, dass sich die Deka bei Hauptversammlungen und Gesprächen mit dem Management stärker für die Grundsätze der guten Unternehmensführung einsetzt.

"Noch besteht die Chance, sich frühzeitig zu positionieren"
Mit Blick auf die nachhaltige Geldanlage erwartet Speich weitere Regulierungsschritte aus Brüssel. "Die ersten haben wir ja bereits für Unternehmen und große Investoren gesehen", so Speich. Der Aktionsplan der EU-Kommission zum nachhaltigen Kapitalmarkt werde dazu führen, dass in der Anlageberatung auch Nachhaltigkeitsaspekte abgefragt und die Privatkunden entsprechend aufgeklärt werden müssen. "Ich erwarte eine massive Regulierung zu Umwelt und Klimawandel", so der ESG-Spezialist. "Je früher wir uns damit in der Kapitalanlage auseinandersetzen, desto besser werden wir uns positionieren."

Speich zeigt sich überzeugt, dass die Sparkassen mitziehen werden: "Das Thema Nachhaltigkeit passt sehr gut zu den Sparkassen. Das ist in ihrer Historie verankert und spiegelt sich auch in ihren Statuten wider." Zudem zeige sich auf Kundenseite eine zunehmende Sensibilisierung zu Nachhaltigkeitsthemen. "Noch besteht die Chance, sich frühzeitig zu positionieren und so auch die Einzigartigkeit der Sparkassen-DNA auszuspielen", so Speich. (bm)