Jahrzehntelang war die Lebensversicherung eines der wichtigsten Altersvorsorgeinstrumente im deutschsprachigen Raum. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Der Garantiezins ist stark gesunken, die Kritik an den Gebühren der Policen wächst. Anleger sollten nun keinesfalls den Kopf in den Sand stecken, warnt Thomas Lenerz von der Vermögensberatung I.C.M. Independent Capital Management. Denn die gesetzliche Rente sinkt, gleichzeitig werden die Menschen immer älter. Die Vorsorgelücke klafft immer weiter.

Verbraucher müssen ihre Situation und ihren Kapitalbedarf schonungslos analysieren, sagt Lenerz. Diese Analyse ist die Basis für den Kapitalaufbau. Ein Beispiel: Wer mit 65 Jahren in Rente geht und einen monatlichen Kapitalbedarf von 4.000 Euro hat, benötigt bei einer Lebenserwartung von weiteren 20 Jahren 960.000 Euro Kapital. "Wird dieser Mensch jedoch 90 Jahre alt, kommen 240.000 Euro Kapital dazu, die im Vorfeld nicht eingeplant waren", so der Vermögensprofi.

Sparplan statt Lebensversicherung
Je eher man mit der Kapitalanlage beginnt, desto mehr Zeit hat man, das Kapital zu mehren – sowohl durch Rendite als auch durch weitere Einzahlungen. Zahlt etwa ein 35-Jähriger einmalig 100.000 Euro in ein Depot ein und stockt diesen Betrag monatlich um 500 Euro auf, können am Ende durch den Zinseszins sogar bei einer vorsichtig kalkulierten Wertentwicklung mehr als 500.000 Euro herauskommen. Bei einer eher aggressiven Anlagestrategie kann der Betrag sogar auf rund 700.000 Euro steigen.

Zum Vergleich: Um mit einer herkömmlichen Kapitallebensversicherung innerhalb von 30 Jahren die Garantiesumme von 500.000 Euro zu erwirtschaften, müsste man jeden Monat 1.360 Euro aufwenden. Für 700.000 Euro wären monatlich sogar mehr als 1.900 Euro nötig. "Der Aufwand ist also wesentlich höher", konstatiert Lenerz. (fp)