Holger Schmitz, Gründer und Vorstand des Depotmanagers Schmitz & Partner mit Sitz in der Schweiz sowie langjähriger Mitarbeiter der Börsenlegende André Kostolany, rät Anlegern zum Kauf zusätzlicher Goldbestände. Denn nach dem starken Einbruch des Edelmetall-Preises in den vergangenen Monaten seien bald wieder höhere Goldpreise zu erwarten. "Anleger tun daher gut daran, sich nicht beirren zu lassen und weiterhin auf Gold zu setzen", sagt Schmitz. Angesichts der niedrigen Preise sei Gold derzeit sogar eine besonders günstige Anlageform. "Der niedrige Goldpreis ist ein Geschenk für Anleger", sagt Schmitz.

Abgekartetes Spiel der Zentralbanken?
Für ihn drängt sich der Verdacht auf, dass die starken Preisbewegungen politisch motiviert gewesen seien. Denn nachdem an den Terminmärkten Mitte April innerhalb weniger Tagen beinahe eine  gesamte Jahresproduktion an Gold verkauft worden war, brach der Preis innerhalb eines Quartals so stark ein wie seit 1920 nicht mehr. Zugleich hätten dann aber die Zentralbanken so viel Gold angekauft, wie seit 1964 nicht mehr. So komme es an den Kassamärkten derzeit sogar zu Lieferengpässen. "Zusammengenommen lassen die Verkäufe auf den Terminmärkten und die Käufe auf den Kassamärkten den Verdacht aufkommen, dass es sich hier um ein abgekartetes Spiel handelt", sagt Schmitz. Und offenbar rechneten die Staaten mit einem erneuten Wiederanstieg des Goldpreises: "Als Anlage ist Gold nur dann interessant, wenn der Preis steigt oder steigen wird. Fällt die Preiserwartung, geht auch das Interesse der Anleger zurück", sagt Schmitz. 

Er warnt davor, sich von der jüngsten Entwicklung nervös machen zu lassen: "Preisrückgänge können bewusst initiiert werden, nämlich durch gezielte Verkäufe an den Terminmärkten." Und ein künstlich gedrückter Goldpreis, massive Goldkäufe der Zentralbanken sowie die Rückholung des deutschen Goldes ins eigene Land könnten doch nur bedeuten, dass die Zentralbanken Misstrauen gegen ihr eigenes Papiergeld hegten. Komme es nun bald zu einer Inflation, bilde Gold im Tresor weiterhin den sichersten Hafen, sagt Schmitz: "Gerade in Zeiten wie diesen ist Gold eine erprobte Versicherung gegen den Missbrauch der elektronischen Notenpresse. Die günstigen Preise sind ein wahres Geschenk für diejenigen, die auf langfristigen Werterhalt setzen." (mb)