Im Kern funktionierten Investments in Kryptowährungen wie Kettenbriefe, sagt Uwe Eilers, Vorstand von FV Frankfurter Vermögen. Wer früh einsteigt, habe es noch relativ leicht, "Coins" zu schürfen und sich eine goldene Nase zu verdienen. Später werde es schwieriger, weil es mehr Goldgräber gebe, die um das künstlich verknappte Angebot konkurrieren. Cyberwährungen basierten auf der Hoffnung, dass fortwährend genug Käufer am Markt sind, die die Nachfrage hoch halten, während gleichzeitig nicht zu viele Coins produziert werden, so Eilers.

Die FV Frankfurter Vermögen investiert wenig überraschend nicht selbst in Kryprowährungen – "es sei denn, der Kunde besteht von sich aus auf einem Kauf", sagt Eilers. Er kritisiert an digitalen Münzen nicht nur ihren angeblichen Kettenbriefcharakter, sondern nennt weitere Gründe, die gegen ein Investment sprechen. So drohten etwa vielerorts regulatorische Risiken bis hin zu Verboten. China macht Bitcoin-Nutzern bereits zunehmend das Leben schwer. Eilers findet Einschränkungen vernünftig und verweist darauf, dass Kryptowährungen oft zur Geldwäsche oder zur Bezahlung von Drogen- oder Waffendeals eingesetzt würden.

"Für Zocker sind Bitcoin und Co. ein wahres Paradies"
Als weiteres Argument gegen Bitcoin und Co. nennt der Vermögensverwalter Hackerangriffe auf Wallets oder Kryptobörsen. "Sofern größere Coups gelandet würden, könnte das zu einer dramatisch sinkenden Akzeptanz und damit niedrigeren Kursen führen", warnt er. Außerdem könne der technologische Fortschritt dazu führen, dass Coins in naher Zukunft deutlich schneller und in größeren Mengen generiert werden. "Das würde das Angebot erhöhen und die Kurse purzeln lassen", prophezeit Eilers.

Der hohe Stromverbrauch beim Mining ist für den Anlageprofi ein weiterer Grund, von Krypto-Investments abzusehen. "Dabei wird rein gar nichts produziert", bemängelt er. Am Ende stünden weder Produkte noch Güter noch irgendwelche relevanten Dienstleistungen. Eilers' Fazit: "Für Zocker sind Bitcoin und Co. ein wahres Paradies." Für die Geldanlage seien Kryptowährungen dagegen wenig sinnvoll. (fp)