Berater im Versicherungsbereich werden diese Nachricht nicht gerne lesen: Die Deutschen zeigen sich zunehmend empfänglich für digitale Lösungen im Versicherungsbereich, die von sogenannten Versicherungs-Fintechs oder "Insuretechs" wie Knip, Friendurance & Co. angeboten werden. Dies sind die Ergebnisse der ersten Befragungswelle des "Fintech-Tracker", den das Marktforschungs- und Beratungsinstitut Yougov durchgeführt hat. 

Gerade bei Jüngeren im Alter von 18 bis 29 Jahren gehen drei Viertel (77%) davon aus, dass sie von der Entwicklung digitaler Angebote profitieren können. Unter den Gesamtbefragten sind es zwei Drittel (66%). Allerdings muss man dabei bedenken, dass die Befragung der 1.000 privaten Finanzentscheider und -mitentscheider via Internet durchgeführt wurde und somit ohnhin digitalaffine Personen antworteten.

Die Bekanntheit der untersuchten Insuretech-Marken ist allerdings noch gering, vergleichbar mit einem kleinen Spezialversicherer, schreibt das in Köln ansässige Unternehmen in einer Pressemitteilung. Immerhin vier Marken erreichen eine gestützte Bekanntheit von fünf und mehr Prozent: Finanzchef24, Friendsurance, Knip und Onlineversicherung.de (hier und nachfolgend in alphabetischer Reihenfolge genannt). Die weiteren untersuchten Anbieter Appsichern, Asuro, Clark, Feelix, Financefox, Getsafe, Massup, Mobilversichert, Passt24, Schutzclick, Simplr, Ted Versicherung, Treefin und Vertragium sind unbekannter.

Erfreulich ist aber, dass sich unter den genannten Fintechs mit Financefox, Treefin und Simplr auch Unternehmen beziehungsweise Angebote befinden, die mit Maklern kooperieren oder direkt von diesen stammen.

Noch haben bekannte Versicherer und Makler die Nase vorn
Die Bekanntheit der Insurtecs sei bei abschlusswilligen Versicherungskunden noch höher und lasse erkennen, dass hier ein Wachstumspotenzial entstehen könnte. Finanzchef24, Friendsurance und Onlineversicherung.de erreichen in dieser Gruppe eine gestützte Bekanntheit von mindestens neun Prozent.

Ebenso unterscheidet sich die Markenbekanntheit nach Einkommensgruppen und steigt mit einem höheren Einkommen, weiß Yougov: Bei Privatkunden mit einem persönlichen Nettoeinkommen ab 2.500 Euro aufwärts ist die Bekanntheit der abgefragten Fintechs im Vergleich zu darunter liegenden Einkommensgruppen um bis zu zehn Prozentpunkte höher.

"Es wird allerdings von den meisten Kunden der eigene Hauptversicherer als präferierter Anbieter für Versicherungen gewählt, was sicherlich in der hohen Kundenbindung an Vertreter und Makler sowie Versicherermarken begründet ist", sagt Oliver Gaedeke, Vorstand und Leiter der Finanzmarktforschung bei Yougov. (jb)


Einen ausführlichen Artikel über die zunehmende Popularität von Versicherungs-Fintechs auf dem deutschen Markt finden Sie in der nächsten Heftausgabe 1/2016 von FONDS professionell, die Ende März erscheint.