Die Börsen haben in der laufenden Krise einen neuen Rekord aufgestellt, und zwar einen, mit dem wohl niemand gerechnet hat: Nach dem rekordschnellen Absturz folgte in der vergangenen Woche eine rasante Erholung. Der Dow Jones verzeichnete am vergangenen Dienstag (24. März) den höchsten prozentualen Anstieg seit 1933. "Unterdessen wütet jedoch die Covid-19-Pandemie weltweit weiter", warnt Olivier de Berranger, Chefanlagestratege von La Financière de l'Échiquier (LFDE). 

In Krisenzeiten kommt es oft zu heftigen technischen Erholungen, erklärt der Anlageexperte. So erholte sich etwa der US-Index S&P 500 zwischen Ende Oktober und Anfang November 2008 um satte 19 Prozent und zwischen Ende November und Anfang Dezember noch einmal um 21 Prozent – nur um dann erneut abzustürzen. "Auch wenn die aktuelle Entwicklung beeindruckend ist, könnte sie ohne weiteres diesem Muster erneut folgen", sagt de Berranger.

Heftige Schwankungen, keine klaren Trends
Ganz so heftig wie zuvor dürften die Finanzmärkte zwar nicht wieder abstürzen, urteilt der LFDE-Stratege. Der Grund: die massive Unterstützung durch Notenbanken und Politik. "Die Angst vor den Folgen für Unternehmen kann eine echte Erholung unterdessen ausbremsen", warnt der Experte jedoch. "Wir müssen uns wahrscheinlich auf weiterhin volatile, erratische Märkte ohne klaren Trend einstellen, solange die Unsicherheiten nicht verschwunden sind." In einem solchen Umfeld sei agiles, flexibles Handeln für Fondsmanager unerlässlich. (fp)