Der europäische Markt für börsengehandelte Indexfonds (Exchange-Traded Funds, ETFs) ist im zweiten Quartal dieses Jahres geschrumpft. Nach den neuesten Zahlen des Londoner Analysehauses Lipper sank das Volumen von ETFs in den drei Monaten bis Ende Juni auf 264 Milliarden Euro. Ende März hatten die ETF-Anbieter noch 309 Milliarden Euro verwaltet. Damit geht einher, dass 2013 bisher nur 38 neue ETFs gestartet wurden und sogar 56 geschlossen wurden. Seit Jahresbeginn ist das Volumen im Vergleich zu Ende 2012 aber um fünf Milliarden Euro oder knapp zwei Prozent gestiegen.

Dabei entwickelt sich die ETF-Landschaft mehr oder weniger im Einklang mit den aktiv verwalteten Fonds, die in den Monaten von April bis Juni geringere Zuflüsse beziehungsweise im Juni auch Mittelabflüsse hinnehmen mussten. Zudem führt Detlef Glow, Lipper-Analysechef für die Region Zentral-, Nord- und Osteuropa, die niedrigen Zuwachsraten auf eine gewisse Sättigung am ETF-Markt zurück, da die verwalteten Volumen bereits recht hoch seien.

Zehn ETFs verwalten ein Viertel des gesamten Branchenvermögens
Ein Trends bleibt aber bestehen: die Bündelung der investierten Gelder in einigen wenigen "Flaggschiff-ETFs": Laut der Analyse von Lipper vereinen die zehn größten Indexfonds ein Viertel (24,96 %) der gesamten Assets under Management (AuM) europäischer ETFs auf sich. Davon wiederum hält alleine der iShares DAX als größter ETF 14,8 Milliarden Euro oder 5,3 Prozent des Gesamtvolumens. Insgesamt existieren derzeit 41 ETFs in Europa, deren Volumen die Milliardengrenze überschreitet. Zusammen verwalten sie 44,6 Prozent des Gesamtvolumens. Wenig überraschend ist auch, dass der 28 dieser Flaggschiffe auf Aktienindizes basieren, weitere elf bilden Rentenindizes ab. Die übrigen beiden sind Gold-ETFs.

"Im Hinblick auf neue Produkte für Anleger in Europa erwarte ich, dass die Zahl der Fonds weiter wachsen wird, da nicht alle Marktsegmente, vor allem Renten, durch ETFs abgedeckt sind", kommentiert Glow die Entwicklung im zweiten Quartal. "Meiner Meinung nach werden auch Strategie-ETFs an Bedeutung gewinnen, da eine Reihe von Investoren nach Indizes für alternative Investments suchen, was daher ein wichtiger Treiber für das künftige Wachstum der Branche sein könnte." (jb)