Anleger sollten die Hoffnung auf eine Gold-Renaissance nicht aufgeben: "Ich empfehle einen Edelmetallanteil am Gesamtvermögen von mindestens fünf Prozent, höchstens 20 Prozent", sagt Rolf Ehlhardt von der Vermögensverwaltung I.C.M. in Mannheim. "Davon sollte der Anleger ein Dreiviertel jetzt, wenn nur wenig Käufer am Markt sind, investieren und den Rest für den Fall nochmaliger neuer Tiefs liquide halten." Kaufen und dann mit Geduld die Edelmetalle halten werde sich auszahlen und das Gesamtvermögen stabil halten.

Ehlhardt sieht Gold als Absicherung gegen die schleichende Geldentwertung und Probleme, die der weltweite Wettlauf der Zentralbanken um billiges Geld mit sich bringe. "Niedere Zinsen und schwache Währung führen zu Fehlinvestitionen und verzögern oder verhindern sogar notwendige Reformen", sagt Ehlhardt. "Missstände werden so durch noch mehr Schulden weiter finanziert und mitgeschleppt." Die Probleme würden spätestens dann wieder in den Fokus rücken, wenn sich das Wirtschaftswachstum abschwächt.

Korrekturtrend technisch noch intakt
Der Experte warnt allerdings vor neuerlichen Kurskorrekturen bei Gold und setzt auf die langfristige Perspektive: "Technisch gesehen muss man klar einen noch intakten Korrekturtrend konstatieren. Es steht noch eine Kapitulationsbewegung aus, die ein neues Tief, aber damit auch die Trendwende bedeuten könnte", sagt Ehlhardt. Ein überraschender Trendbruch dagegen könne möglicherweise eine fulminante Aufwärtsbewegung auslösen, bei der den Kaufwilligen die Edelmetallpreise weglaufen. (fp)