In Zeiten um sich greifenden Populismus ist die Finanzbranche gefordert, ihr Image zu verbessern. Das schreibt Anne Richards, Vorstandschefin des Fondsanbieters M&G, in einem Gastbeitrag für "finews.ch". Nach der Finanzkrise habe in vielen Demokratien eine zunehmende Fragmentierung stattgefunden. "Jene Stimmen, die das Wirtschaftssystem sowie das globale Finanzwesen und den internationalen Handel innerhalb dieses Systems ablehnten, wurden lauter", so Richards. 

Sie betrachtet den grassierenden Populismus als Signal an die Finanzbranche, an ihrem gesellschaftlichen Ansehen zu arbeiten. "Man sagt der Branche allgemein Eigennützigkeit nach, und zweifelsohne lieferte sie auch selbst die Munition für diese Kritik", so Richards. Die Finanzbranche müsse daran arbeiten, ihre Legitimität im Zentrum eines Wirtschaftssystems wiederherzustellen, das nicht nur als Gewinnbringer für Profiteure der Globalisierung angesehen wird. Außerdem müsse die Branche dort unterstützen, wo die Märkte versagen. 

Kapitalismus muss wieder gesellschaftsfähig werden
Nicht zuletzt müsse der Kapitalismus wieder "seinen volkstümlichen Anreiz" erlangen, so Richards. Er müsse wieder als System gelten, von dem jeder profitieren und das für alle funktionieren kann. Ohne Reformen sei das nicht machbar, erklärt die M&G-Chefin: "Von entscheidender Bedeutung ist es, umsetzbare Ideen zu finden, die eine integrativere Form des Kapitalismus schaffen. Wenn die globale Finanzindustrie und das Wirtschaftssystem ihre Legitimität wiedererlangen wollen, dürfen populäre Reformen nicht alleine den Populisten vorbehalten sein." (fp)