2012 verspricht für dividendenorientierte Anleger ein hervorragendes Jahr zu werden. Davon geht Stuart Rhodes aus, der für den M&G Global Dividend Fund verantwortlich zeichnet. DAX-Unternehmen schütten in diesem Jahr mehr als 27 Milliarden Euro an Dividenden aus – das entspricht fast dem Rekordniveau vor Ausbruch der Finanzkrise. Vor allem europäische Telekommunikationsfirmen und Versorger bieten momentan die höchsten Dividendenrenditen. So überrascht es nicht, dass sich viele Investoren zuletzt auf diese Branchen konzentriert haben. Rhodes warnt jedoch davor, dass ein solcher Anlagefokus auch Nachteile haben kann.

Der Fondsmanager ist davon überzeugt, dass ein Unternehmen auf lange Sicht nur Dividendenwachstum erzielen kann, wenn es auch langfristig wächst. Telekommunikationsfirmen und Versorge seien in der Regel „streng regulierte Firmen, deren langfristige Wachstumsaussichten bewusst gedeckelt werden“, erklärt Rhodes. Daher seien diese Sektoren für langfristig ausgerichtete Anleger unattraktiv, sie verfügen im Hinblick auf das Dividendewachstum „nur über ein äußerst begrenztes Potenzial, das sogar eher dem einer Anleihe ähnelt“. Im Gegensatz dazu berücksichtigt Rhodes bei der Einzeltitelauswahl die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Dividenden nachhaltig zu steigern. Denn die Vergangenheit habe gezeigt, dass Firmen, die ihre Dividenden Jahr für Jahr angehoben haben, auf lange Sicht auch insgesamt überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen konnten.

Hoffnungen ruhen auf Konsumgüter- und Finanztitel

Innerhalb des Global Dividend Fund spielen Konsumgütertitel eine wesentliche Rolle. „In diesem Segment finde ich typischerweise gute Anlagemöglichkeiten“, so Rhodes. „Bei vielen diese Qualitätsunternehmen handelt es sich um multinational tätige Firmen mit langfristig viele versprechenden Wachstumschancen.“ Beispiele sind der Chemiekonzern Reckitt Benckiser oder Nestle. Obwohl beide Firmen ihre Dividenden in der Vergangenheit gesteigert haben, würden sie Rhodes zufolge nach wie vor auf einem vergleichsweise günstigen Bewertungsniveau gehandelt.

Der Fondsmanager hat trotz der immer noch vorhandenen Skepsis auch Finanztitel – wie Blackrock oder den Derivatehändler CME – im Portfolio wieder stärker gewichtet. „Dank der Größe und Vielschichtigkeit der Branche, konnten wir außerhalb der Segmente Banken und Versicherungen attraktiv bewertete Anlagechancen mit einer beeindruckenden Dividendenhistorie identifizieren“, äußert sich Rhodes. Darüber hinaus hat der Fonds eine Position im „Link Real Estate Investment Trust“ neu aufgebaut. Dabei handelt es sich im eine Immobilienfirma, die Einkaufszentren und Parkhäuser in Hongkong verwaltet. (dw)