Eine goldene Investmentregel lautet: Diversifiziere deine Geldanlagen.Doch in unruhigen wirtschaftlichen Zeiten ist es schwierig, das Risiko über verschiedene Anlageklassen zu streuen, weil die Korrelation zwischen den einzelnen Anlageklassen steigt. Yvonne Klein, Portfoliomanagerin bei der Kölner  Kapitalanlagegesellschaft Monega plädiert daher in einem aktuellen Marktkommentar für die Investition in Währungen.

Der Markt für Währungen sei der größte und liquideste Markt der Welt. Beim Handel mit Währungen werden weltweit täglich Devisen im Gegenwert von vier Billionen Dollar gehandelt. Zum Vergleich: Der größte Rentenmarkt der Welt, in den USA, setzt pro Tag rund 500 Milliarden Dollar um. Dabei stammen 70 Prozent der Devisenbewegungen aus Währungspositionen, die Notenbanken oder Unternehmen zur Aufrechterhaltung bestimmter Wechselkurse oder zur Absicherung für erwartete Erlöse in Fremdwährungen eingehen, und nicht zur Gewinnerzielungsabsicht.

Gewinne durch Zinsdifferenzen
Mittel- bis langfristig gebe es bei Währungen jedoch durchaus Bewegungen, die man zur Gewinnerzielung nutzen kann, wenn man sie rechtzeitig erkenn, mein Klein. Gewinne lassen sich beispielsweise durch das Ausnutzen von Zinsdifferenzen zwischen den einzelnen Währungsräumen erzielen. Wenn etwa in Europa die Zinsen höher liegen als in den USA, stärkt dies den Euro, denn amerikanische Anleger, vor allem die großen Pensionsfonds, wollen die höheren Zinsen im Euroraum für sich nutzen. Darüber hinaus ist die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes ausschlaggebend für die Stärke oder Schwäche einer Währung. Wo die fundamentalen Daten, wie Wachstumsdynamik, Verschuldung, Arbeitsmarkt und so weiter in Ordnung sind, wird sich die Währung meist stabil und mit geringen Schwankungen zu anderen Währungen entwickeln. Wenn eine solche Währung – wie aktuell der Euro - zeitweise unter Druck steht, wird dieses Ungleichgewicht mittelfristig wieder zum Ausgleich streben.

Währungen: Mittel zur Risikodiversifikation
Die Bedeutung von Währungen als eigenständige Anlageklasse liegt nach Ansicht von Klein jedoch in erster Linie in ihrer Risikodiversifikation. Die Korrelation der Anlageklasse Währungen zu den traditionellen Portfoliobestandteilen Aktien und Renten sei nicht nur vergleichsweise gering, sondern mitunter sogar negativ. Das klassische Anlegerdepot werde durch die Aufnahme von Währungen daher in aller Regel krisenfester. Anleger, die das Risiko ihrer Portfolios durch Währungen senken wollen, sollten sich ein Investment suchen, das wiederum breit gestreut in Währungen anlegt, zum Beispiel einen Devisenfonds. (jb)