Seema Shah, Chefstrategin des US-Asset-Managers Principal Global Investors, warnt vor übereilten Reaktionen nach Rücksetzern an der Börse. In ihrem Marktausblick für das Jahr 2022 findet sich eine Modellrechnung, die zeigt, wie sich ein Investment über 25 Jahre entwickelt hat, wenn ein Anleger seine Aktien am Tag nach einem zweiprozentigen Kursrutsch verkauft hat – verglichen mit dem Ergebnis, wenn er die Nerven behielt und voll investiert blieb.

Das Ergebnis, basierend auf der Wertentwicklung des US-Index S&P 500 vor Transaktionskosten, sind beeindruckend: Demnach sind aus 1.000 Dollar, die vor 25 Jahren angelegt wurden, mittlerweile fast 5.000 Dollar geworden – vorausgesetzt, man blieb seinem Investment treu. Wer jeden Kursrutsch von mindestens zwei Prozent zum Verkaufen nutzte und sein Geld erst eine Woche später wieder in Aktien steckte, hat heute nicht mal mehr 2.200 Dollar in der Tasche (siehe Grafik). Je länger der Sparer der Börse fernbleibt, umso schlechter fällt die Rechnung aus. Eine einjährige Börsenabstinenz nach jeder Korrektur hätte beispielsweise dafür gesorgt, dass aus 1.000 Dollar innerhalb von 25 Jahren nur gut 1.300 Dollar geworden wären.

"In den letzten 25 Jahren wurden Anleger, die am Tag nach einem zweiprozentigen Kursrückgang aus dem Markt ausstiegen, nur selten belohnt", sagt Shah. Selbst für Anleger im Ruhestand sei es wichtig, auch in Zeiten volatiler Märkte investiert zu bleiben, so ihr Ratschlag. (bm)