Nachhaltig investierende Fonds, sogenannte SRI-Fonds (Sustainable and Responsible Investment), haben sich im schwierigen Marktumfeld seit Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise gut behauptet, wie Dexia Asset Management anmerkt. Den systemischen Risiken an den Kapitalmärkten konnten sie sich zwar nicht entziehen und ihre Wertentwicklung schwankte in der Krise vergleichbar zu konventionell gemanagten Fonds. Im Gegensatz zu konventionellen Fonds vertrauen Investoren aber verstärkt nachhaltig orientierten Anlagekonzepten.

In Europa zugelassene SRI-Fonds verbuchten laut dem Analysehaus Lipper FMI Netto-Mittelzuflüsse von 5,6 Prozent im Jahr 2008 während Investoren im gleichen Zeitraum netto rund 6 Prozent des Kapitals aus konventionell gemanagten Fonds abzogen. Und auch im ersten Halbjahr 2009 verzeichneten SRI-Fonds ein stärkeres Wachstum der Neuinvestitionen im Vergleich zu konventionellen Fonds.

Grund für diese Entwicklung ist das Vertrauen der Investoren in ein Anlagekonzept, das die verständlichen Forderungen nach einer besseren Unternehmensführung (Corporate Governance) und nachhaltig stabilen Geschäftsmodellen berücksichtigt. "Durch die Krise stellen langfristig orientierte Investoren immer höhere Ansprüche an Unternehmen in Bezug auf Corporate Governance und verantwortungsvolle Geschäftsmodelle.

SRI bedeutet, dass Corporate Governance und der Umgang der Unternehmen mit langfristigen Entwicklungen wie dem Klimawandel, dem Verbrauch natürlicher Ressourcen oder einer gesundheitsbewussten Lebensweise systematisch analysiert werden. Diese Analysen sind zentrale Bestandteile jeder Anlageentscheidung. Deshalb sind wir überzeugt, dass SRI den berechtigten Anforderungen der Anleger gerecht wird", erläutert Wim Vermeir, Mitglied des Executive Commitee von Dexia Asset Management und verantwortlich für das Ressort Investment Management.

Fünf zentrale Herausforderungen

Neben der rein finanziellen Performance verdient die Nachhaltigkeitsperformance von Unternehmen, also ihre Leistung in Bezug auf ökologische, soziale und Corporate Governance-Kriterien, eine stärkere Aufmerksamkeit. Dexia Asset Management legt deshalb großen Wert auf ein transparentes Nachhaltigkeits-Reporting der Unternehmen, zusätzlich zu den eigenen Analysen. "Vor allem unsere institutionellen Kunden verlangen detaillierte Informationen über die Firmen, in die unsere Fonds investieren. Die Nachhaltigkeitsperformance darf daher gegenüber der reinen finanziellen Bilanz keinesfalls vernachlässigt werden und ist eine Voraussetzung für umfassende Transparenz", sagt Gaëtan Herinckx, Head of Sustainable and Responsible Investment bei Dexia Asset Management.

Für Dexia Asset Management stehen dabei fünf zentrale Herausforderungen für nachhaltiges Wirtschaften im Vordergrund, die die Wettbewerbsfähigkeit und Bewertung von Unternehmen in Zukunft entscheidend beeinflussen werden:

- Klimawandel: Regulierung von Treibhausgas-Emissionen und steigende Energiepreise wirken sich auf alle Unternehmensaktivitäten aus.

- Corporate Governance: Nach der Finanzkrise ist verantwortungsbewusste Unternehmensführung noch wichtiger geworden.

- Wasserknappheit: Wasser wird zukünftig für Unternehmen zu einer wertvollen Ressource.

- Personalmangel: Der Mangel an gut ausgebildeten Mitarbeitern, alternde Belegschaften und die zunehmende Mobilität zwingen Unternehmen, ihr Personalmanagement neu zu überdenken.

- Demografische Entwicklung: Unternehmen auf der Suche nach neuen Wachstumschancen müssen die Themen Urbanisierung, Bevölkerungswachstum und wirtschaftliche Entwicklung der Schwellenländer noch stärker berücksichtigen. (ir)