Die Gebühren, die immer noch bis zu zwei Prozent der verwalteten Vermögen eines Fonds ausmachen können, stellen einen unverhältnismäßig hohen Anteil der Gesamtvergütung dar, der nicht an den Fondserfolg gekoppelt ist, sagt Nicolas Rousselet, Leiter Hedgefonds bei der Genfer Fondsgesellschaft Unigestion, die rund 15,5 Milliarden US-Dollar Vermögen verwaltet – und davon selbst zwei Milliarden Dollar in Hedgefonds investiert. Um die Bezahlung der Manager stärker an die Performance zu koppeln, solle die Fondsbranche entweder die Managementgebühr abschaffen, oder sie mit einer Mindestrendite kombinieren, die ein Manager erreichen muss, bevor er Erfolgsbeteiligungen erhält.

"Sie sollten nicht für's Nichtstun belohnt werden"
Neun von zehn Hedgefonds-Managern sind nach Ansicht von Rousselet überbezahlt. "Die Philosophie der Hedgefondsbranche sollte es sein, echtes Talent zu belohnen", sagte er in einem Telefoninterview am Dienstag. "Fondsmanager sollten belohnt werden, wenn sie erfolgreich sind. Sie sollten nicht für's Nichtstun belohnt werden."

Traditionell verlangt die Branche 20 Prozent Ertragsbeteiligung und zwei Prozent auf das Gesamtvermögen. Doch im Bemühen um neue Mandate haben die Gesellschaften ihre Gebühren in letzter Zeit gesenkt. Einer Studie der Deutschen Bank vom Februar zufolge haben Investoren letztes Jahr im Durchschnitt 1,69 Prozent gezahlt; der Anteil derer, die 1,5 Prozent oder mehr zahlten, lag demnach bei 79 Prozent – nahezu unverändert gegenüber 2012.

"Viel schwieriger, hohe Managementgebühren zu rechtfertigen"
Unter den Hedgefonds, die in der letzten Zeit ihre Gebühren gesenkt haben, ist Bluecrest Capital Management. Die Gesellschaft teilte im September mit, dass sie die Managementgebühr ihres computergestützten Hedgefonds von zwei Prozent auf 1,5 Prozent gesenkt habe, nachdem die Vermögen im letzten Jahr zurückgegangen waren. "In einem Umfeld mit niedrigen Zinsen und geringem Wachstum ist es viel schwieriger, hohe Managementgebühren zu rechtfertigen", sagte Keith Pogson, Senior Partner bei Ernst & Young Global in Hongkong. "Hedgefondsmanager sollten sich stärker bemühen, die Gebühren, die sie kassieren, auch zu rechtfertigen."

Gebührenverhandlungen "werden weltweit immer mehr zur anerkannten Praxis bei Investoren und Managern", so die Deutsche-Bank-Studie. 75 Prozent der Befragten erklärten, dass sie über Gebühren verhandeln – zwei Jahre zuvor waren es nur 51 Prozent gewesen. "Wir verhandeln mit Hedgefonds-Managern", sagte Rousselet, fügte jedoch hinzu, dass er keinen Trend zu sinkenden Gebühren erkennen könne. "Wenn man einen Spitzen-Manager anheuern will, dann hat man die Verhandlungsmacht nicht auf seiner Seite", fügte er hinzu. (mb/Bloomberg)