Nach einer jahrelangen Rally erlebt der Goldpreis seit Ende 2020 immer wieder Schwankungen mit Tendenz nach unten. Der jüngste Rückgang ist aber nur ein zyklisches Phänomen, sagt Benjamin Louvet, Fondsmanager bei Ofi Asset Management (Ofi AM). Er rechnet mit einer baldigen Trendwende nach oben. "Auch wenn die Nachfrage von Anlegern noch nicht stark angezogen hat, hat sich der Trend am Gold-ETF-Markt inzwischen umgekehrt – vor allem durch den Kauf asiatischer Anleger", berichtet der Edelmetallprofi. 

Eine wachsende Nachfrage geht nicht nur von den Anlegern aus, sondern auch von den Zentralbanken. 21 Prozent der globalen Notenbanken gaben bei der diesjährigen Umfrage des World Gold Council an, ihre Goldallokation erhöhen zu wollen. Im Jahr 2020 waren es 20 Prozent, ein Jahr zuvor lediglich acht Prozent. Bereits in der ersten Jahreshälfte 2021 haben die Zentralbanken um 39 Prozent mehr Gold angekauft als durchschnittlich im selben Zeitraum in den vergangenen fünf Jahren. Auch Pensionsfonds wollen ihre Goldinvestitionen erhöhen, zeigt eine Umfrage. Unter 150 europäischen Pensionsfonds ist das bei 75 Prozent der Fall.

Fed-Geldpolitik ausschlaggebend
Das Einzige, das die Trendwende noch brechen könnte, wäre aus Louvets Sicht eine drastische Änderung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Dass die Federal Reserve ihre lockere Geldpolitik nur sin Tippelschritten ändert, ist nämlich aus seiner Sicht ein wichtiges Indiz für einen steigenden Goldpreis. "Die realen Zinssätze müssen niedrig gehalten werden, damit die Verschuldung im Rahmen bleibt. Das wirkt sich positiv auf Goldinvestments aus." (fp)