Die Coronakrise hat viele Menschen einer gewissen Unbeschwertheit beraubt. Eine Umfrage der Fondsgesellschaft J.P. Morgan Asset Management unter fast 4.000 Frauen in zehn europäischen Ländern zeigt: Mit der Pandemie hat sich das Bewusstsein verstärkt, für künftige Unwägbarkeiten vorzusorgen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung"(FAZ). Statt ihr Geld zu investieren, setzten die befragten Frauen vorrangig darauf, ihre Spareinlagen aufzustocken. Befragt wurden Frauen im Alter von 30 bis 60 Jahren, die über Kapitalanlagen oder Ersparnisse und ein gewisses Mindesteinkommen verfügen. 79 Prozent der Befragten parken ihr Geld laut Umfrage noch immer auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto. Immerhin zwei Drittel der Anlegerinnen sind zudem am Kapitalmarkt investiert.

Jedoch investiere nicht einmal ein Fünftel der Frauen regelmäßig, heißt es in der Kurzstudie. Dagegen sparen mehr als drei Viertel beständig. Als Hauptgrund für ihr Sparverhalten nannten die Frauen die Planung für den Notfall und das Sparen für den Ruhestand. Sparbücher und Tagesgeldkonten geben den Befragten dabei mehr Flexibilität und Liquidität als Anlagen am Kapitalmarkt. Eine Studie des Mannheimer Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kommt zudem zu dem Ergebnis, dass Frauen ihr Finanzwissen häufig geringer einschätzen, als es wirklich ist, berichtet die FAZ. Dieser Mangel an Selbstvertrauen hält sie von Anlagen am Aktienmarkt ab. 

Lieblingsthema Nachhaltigkeit
Ein Thema, über das Frauen Zugang zur Kapitalanlage am Aktienmarkt finden könnten, ist die Nachhaltigkeit. Rund drei Viertel der Frauen gaben in der Umfrage des Vermögensverwalters an, dass nachhaltiges investieren für sie von großer Bedeutung sei. Fast die Hälfte der Frauen mit Vorkenntnissen in Sachen Geldanlage sieht in nachhaltigen Wertpapieranlagen die Zukunft des Investierens und beabsichtig, künftig nur noch in entsprechende Unternehmen zu investieren. (fp)