Ein Staatsbankrott, Finanzmarktblasen oder geopolitische Spannungen können ein Anlegerportfolio empfindlich aus der Balance bringen. Institutionelle Investoren sind weltweit der Auffassung, dass solche Tail-Risiken (Extremrisiken) aufgrund der starken Vernetzung der internationalen Kapitalmärkte in Zukunft häufiger auftreten werden, wie aus einer Umfrage von Allianz Global Investors hervorgeht. 

Rund zwei Drittel der 735 befragten institutionellen Investoren geben an, dass sie sich seit der Finanzkrise mehr Sorgen um Extremrisiken machen. Im aktuellen Marktumfeld sehen sie die Wertentwicklung ihrer Portfolios durch eine Vielzahl von Faktoren gefährdet. Weltweit fürchten Investoren Ölpreisschocks (28 Prozent), einen Staatsbankrott, Finanzmarktblasen (je 24 Prozent) und eine Rezession in der Eurozone (21 Prozent) am meisten.

Tail-Risk-Management zu teuer
Um sich vor Kapitalverlusten zu schützen, setzt die Mehrheit der Umfrageteilnehmer auf traditionelle Risikomanagement-Strategien, die auf Diversifikation über Anlageklassen (61 Prozent) oder internationale Streuung (56 Prozent) beruhen. Nur 36 Prozent gaben hingegen an, über geeignete Instrumente oder Lösungen im Umgang mit Extremrisiken zu verfügen. So sind 56 Prozent der Meinung, dass Tail-Risk-Management zu teuer sei.

"Die Ergebnisse der Befragung bringen ein wichtiges Paradoxon ans Licht: Während rund zwei Drittel der institutionellen Investoren Tail-Risiken seit der Finanzkrise mit wachsender Sorge betrachten, denkt nur ein deutlich kleinerer Anteil der Befragten, dass sie Zugang zu geeigneten Instrumenten haben, um sich gegen derartige Extremereignisse zu wappnen", kommentiert Martin Bruckner, Chief Investment Officer der Allianz in Österreich und Vorstandsmitglied der Allianz Investmentbank, die Ergebnisse. (dw)

Der "Global Risk Monitor 2015" von Allianz Global Investors wurde in Zusammenarbeit mit Core Data Research erstellt. Dabei wurden im ersten Quartal des Jahres weltweit 735 institutionelle Investoren in Europa (235), Nordamerika (250) und Asien-Pazifik (250) zu ihren Einstellungen in Bezug auf Risiken, Portfoliokonstruktion und Asset Allokation befragt.