Berater können ihren Kunden jetzt ein maßgeschneidertes Zertifikat zu besseren Konditionen bauen. Der auf strukturierte Produkte spezialisierte Finanzdienstleister Dericon hat nach eigenen Angaben mittlerweile drei Emittenten auf seiner 2014 gestarteten Plattform für Do-It-Yourself-Zertifikate angeschlossen: HSBC Trinkaus, die DZ Bank und die Hypovereinsbank bieten Interessierten die Auswahl aus fünf unterschiedlichen Produktgattungen und aus über 85 Basiswerte.

Auf "Emissionstool" können Vermögensverwalter und Private-Banking-Berater damit die Kosten und die Parameter für ein exklusives Zertifikat bei den drei Emittenten abrufen und komfortabel miteinander vergleichen – ein echtes Novum. Denn auf den bislang in Deutschland üblichen "Single-Issuer-Plattformen" für maßgeschneiderte Zertifikate, die Banken wie Vontobel oder UBS schon seit Jahren betreiben, sind nur Angebote aus dem hauseigenen Sortiment der Betreiber abfragbar. Eine andere "Metaplattform" mit mehreren Emittenten existiert in Deutschland nicht. Die Versuche des Start-Ups Xicor, eine solche aufzubauen, scheiterten 2013. Vontobel hat sein Deritrade-Tool nur in der Schweiz für externe Zertifikateanbieter geöffnet.

Angebotslücken trotz 500.000 Zertifikate
Mit rund 500.000 strukturierten Produkten ist das Zertifikatesortiment hierzulande nur auf den ersten Blick riesig: "Für die Investmentpraxis sind längst nicht alle Produkte geeignet. Bei vielen Nebenwerten, nach turbulenten Marktbewegungen wie im Fall von VW oder wenn spezielle Laufzeiten gefragt sind, gibt es immer wieder Angebotslücken", erklärt Dericon-Geschäftsführer Andreas Krause.

Das Emissionstool unterscheidet sich laut Dericon von anderen Angeboten zudem dadurch, dass kein Mindestvolumen existiert. Daher könne die eigene Plattform auch für Kleinstorders genutzt werden. Zudem gebe es auch bei erfolgreicher Emission für Anleger und Berater keinerlei Abnahmeverpflichtung. "Das reduziert die Hemmschwelle zur Nutzung und macht das Tool für einen breiten Anwenderkreis praktikabel", sagt Krause.

Lesen Sie zu dem Thema Plattformen für maßgeschneiderte Zertifikate auch den Artikel "Ein Hauch von Exklusivität" (Anmeldung erforderlich) in der Ausgabe 3/2013 von FONDS professionell. (jb)