Die auf Honorarberatung spezialisierte Quirin Bank hat im ersten Halbjahr 2014 schwarze Zahlen geschrieben, will allerdings weiter auf die Kostenbremse treten. "Die Quirin Bank hat erstmals in ihrer noch jungen Geschichte auch ohne Sondereffekte ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt", sagte Finanzvorstand Marcel Morschbach bei der Vorlage der Geschäftszahlen am Mittwoch.

Schon im Gesamtjahr 2013 hatte das Institut einen Gewinn ausweisen können, was aber auf außerordentliche Erträge zurückzuführen war.

Zahl der Standorte soll sinken
Der wichtigste Gewinnbringer des Berliner Instituts ist nach wie vor die "Unternehmerbank". So heißt die Investmentbank-Einheit, die unter anderem Mittelständler bei Kapitalmarkttransaktionen begleitet. Dieses Geschäft hilft, den Aufbau der Honorarberatung zu finanzieren. Für das Halbjahr legte Quirin keine Segmentberichterstattung vor, ein Blick in die Zahlen für das Gesamtjahr 2013 zeigt jedoch, dass sich das Geschäft mit der Honorarberatung für die Bank unter dem Strich noch nicht rechnet. Das soll sich allerdings bis 2015 ändern. Dann soll auch dieses Kerngeschäft profitabel sein, hatte Vorstandschef Karl Matthäus Schmidt auf der Hauptversammlung im Juni angekündigt.

Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Zahl der Filialen sinken – bislang ist Quirin an 14 Standorten in Deutschland vertreten. Im aktuellen Lagebericht heißt es dazu: "Zur Verbesserung der Rentabilität sind im zweiten Halbjahr Kostensenkungsmaßnahmen geplant, die unter anderem auch die Reduzierung der Anzahl der Standorte einschließen." Die Möglichkeit einer Filialschließung hatte Schmidt im August im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE angedeutet.

"Auf dem Weg in eine nachhaltige Profitabilität"
Nach Steuern erwirtschaftete Quirin im ersten Halbjahr ein Ergebnis von knapp einer Million Euro. Wegen des Verlustvortrags beläuft sich der Bilanzverlust auf 4,3 Millionen Euro. In der Honorarberatung betreute Quirin Ende Juni ein Kundenvermögen von rund 2,7 Milliarden Euro. Das Depotvolumen konnte im ersten Halbjahr um 190 Millionen Euro gesteigert werden, teilte das Institut mit.

"Wir freuen uns über das positive Halbjahresergebnis, denn es dokumentiert, dass wir mit unserem Geschäftsmodell auf dem Weg in eine nachhaltige Profitabilität sind", sagte Schmidt. (bm)


Ein ausführliches Porträt über die Quirin Bank finden Sie in der aktuellen Ausgabe 3/2014 von FONDS professionell, die den Abonnenten Ende September zugestellt wird.