Der US-Fondsanbieter Vanguard hat im vergangenen Jahr unter dem Strich 150 Milliarden Dollar frisches Geld eingeworben. Damit hat das Unternehmen aus Pennsylvania im zweiten Jahr in Folge einen Rekord mit Blick auf die höchsten Nettomittelzuflüsse eines Asset-Managers aufgestellt, berichtet die "Financial Times" (FT). Zum Vergleich: Die gesamte deutsche Fondsbranche sammelte in den ersten zehn Monaten 2013 dem Branchenverband BVI zufolge mit Publikums- und Spezialfonds rund 70 Milliarden Euro ein.

Allein in den USA vertrauten Anleger Vanguard 2013 netto rund 138 Milliarden Dollar an. Dazu kommen zwölf Milliarden Dollar im internationalen Geschäft, insbesondere in Europa. Vanguard ist vor allem für sein Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds (Exchange-Traded Funds, ETFs) bekannt, bietet aber auch Geldmarkt- und Publikumsfonds an. Das Unternehmen konnte in den vergangenen Jahren insbesondere bei institutionellen Investoren mit günstigen Verwaltungsgebühren punkten.

"Der Preiskampf verschärft sich deutlich"
Vanguard-Europachef Tom Rampulla sagte der FT, er erwarte weltweit einen Druck auf die Gebühren der Asset-Manager. "Der Preiskampf in den USA verschärft sich deutlich – und das 35 Jahre nachdem Vanguard begonnen hat, für kostengünstige Investments zu werben. Wir rechnen damit, im Laufe der Zeit ähnliche Trends in der gesamten Welt zu sehen. Die Anbieter werden immer versuchen, ihre Margen zu verteidigen, aber sie werden Antworten finden müssen."

Vanguard verwaltet insgesamt rund 2,5 Billionen US-Dollar. In Europa ist das Unternehmen bislang noch recht wenig präsent. Neun Vanguard-ETFs sind an der Londoner Börse gelistet, sieben an der NYSE Euronext. Dazu kommen 29 Indexfonds, die nicht börsennotiert sind. (bm)