Jeff Gundlach, dessen Investmentboutique DoubleLine Capital per 31. März mehr als 55 Milliarden US-Dollar verwaltete, sieht aktuell interessante Trading-Chancen bei US-Staatsanleihen. In seinem Webcast sagte er, er gehe nicht davon aus, dass die Zinsen 2013 noch einmal steigen werden. Aktuell notieren zehnjährige Treasuries bei 2,15 Prozent. Gundlach rechnet damit, dass die Renditen im weiteren Jahresverlauf wieder unter die Zwei-Prozent-Marke fallen. Seinen Prognosen zufolge werden die Renditen zum Jahresende bei etwa 1,7 Prozent liegen. 
 
"Es würde fünf Jahre dauern"
Gundlach gilt als ein Kenner der Rentenmärkte, was ihn aber nicht davon abhält, sich ab und zu auch zu anderen Investmentthemen zu äußern. In einem Interview meinte er kürzlich, er sei überzeugt davon, dass der japanische Yen auf 200 gegenüber dem US-Dollar fallen werde. Aktuell notiert der US-Dollar um die Marke von 100, ein Wechselkurs von 200 entspräche also einer Halbierung des Yen-Außenwerts. Nun hat Gundlach seine Aussage relativiert. "Es würde wahrscheinlich fünf Jahre dauern, dorthin zu kommen."
 
Finger weg von Europa und Gold
Zugleich rät Gundlach davon ab, dem Reiz des Nikkei-Indizes zu unterliegen, bevor dieser nicht die Marke von 13.000 Zählern erreicht habe. Erst dann könnte man einen "Monster-Kollaps" wahrscheinlich ausschließen. Wer auf steigende Kurse bei japanischen Aktien setzt, sollte sich ihm zufolge aber unbedingt gegen einen fallenden Yen absichern. Darüber hinaus meidet Gundlach inflationsgesicherte Anleihenprodukte, europäische Anleihen bzw. Währungen sowie Gold. (dw)