Die Schweizer Reuss Private Group mit Tochtergesellschaften in der Schweiz, Deutschland und Liechtenstein blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück. Der Nettoertrag konnte um 26,5 Prozent auf rund 24,6 Millionen Euro gesteigert werden und die verwalteten (6,88 Mrd. Euro; +37,4%) sowie administrierten Vermögen (23,44 Mrd. Euro; +14,4%) nahmen ebenfalls erheblich zu. Der Bruttoumsatz konnte um 29,4% auf 96,1 Millionen Euro gesteigert werden, wie die Gesellschaft mitteilt.

Die Gruppe, zu der auch der Maklerpool Fondsnet gehört, konnte sich in allen wichtigen Kennzahlen gegenüber 2018 deutlich verbessern. So ist auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 16 Prozent auf 2,97 Millionen Euro gestiegen. Entsprechend zufrieden ist die Gruppe mit dem vergangenen Jahr.

Felix Brem, Vorstandschef der Reuss Private Group, ist aus einem Grund besonders erfreut über die Jahresresultate: "Im Gegensatz zu vielen unserer Mitbewerber wachsen wir bisher rein organisch – ohne Fusionen, Zukäufe oder Übernahmen. Was nicht bedeutet, dass wir dies in Zukunft völlig ausschließen. Solche Transaktionen müssen aber effektiv Sinn machen sowie für alle Beteiligten – inklusive den Mitarbeitenden – einen Mehrwert schaffen."

Hohes Wachstum bei Private Label-Fonds und Fixed Income
Insbesondere das Fixed Income-Geschäft sowie der Bereich Private Label-Fonds konnten stark zulegen, heißt es weiter. So nahmen die Bruttoerlöse bei Fixed Income um 150 Prozent  zu und erreichten 6,04 Millionen Euro, während das umgesetzte Trading- Volumen für 2019 bei über 21,6 Milliarden Euro lag. Gleichzeitig erhöhte sich das Bestandsvolumen im Bereich Private Label-Fonds bei der Tochter BN & Partners Capital auf 5,07 Milliarden Euro (+53,0%).

Besonders erfreulich sei, dass alle Tochtergesellschaften im Jahr 2019 positiv abgeschlossen haben und in allen Bereichen Wachstum erzielt wurde. Daneben konnte die Cost-Income-Ratio deutlich verbessert und das Eigenkapital (CET 1) um 14,2 Prozent gesteigert werden.

Digitalisierung und Automatisierung weiter im Fokus
Mit der Tochtergesellschaft foo wird in Zukunft der Fintech-Bereich weiter positioniert. Die veränderte Demografie und das damit einhergehende sich verändernde Anlageverhalten eröffnet dabei neue Chancen. "Wir werden weiter in neue Technologien und IT-Infrastruktur investieren. So werden wir noch stärker von Effizienzgewinnen und Skaleneffekten profitieren können", so Brem.

Konsolidierung in der Schweiz erst in zwei bis drei Jahren
Unter anderem dank des starken Fixed-Income-Geschäfts konnte die Schweizer Tochtergesellschaft Reuss Private den Nettogewinn auf 1,44 Millionen Euro steigern. Für viele Schweizer Vermögensverwalter sind das Anfang des Jahres in Kraft getretene schweizerische Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) und das Finanzinstitutsgesetz (FINIG) eine Herausforderung, doch Reuss Private sieht dank der fortschrittlichen IT-Plattform und Erfahrungen mit Mifid II darin eine Chance.

Der angesichts der zunehmenden Regulierung erwartete Konsolidierungsprozess in der Schweiz lässt aber wohl noch auf sich warten. "Vor 2023 wird es voraussichtlich keine größeren Bewegungen im Markt geben und wir konzentrieren uns aktuell auf die bestehenden Standbeine", erklärt Felix Ronner, Vorstandschef der Schweizer Reuss Private.

Optimistisch trotz aktueller Lage
Bei jeder größeren Bewegung im Markt entstünden Opportunitäten sowie Chancen, und das Unternehmen habe die Möglichkeit, gestärkt aus der aktuellen Corona-Krise herauszugehen. Felix Brem: "Gerade in der jetzigen Zeit ist es als Unternehmer enorm wichtig, die potenziellen Risiken schnell zu erkennen und umgehend mögliche Gegenmaßnahmen einzuleiten."

So haben das Management und die Aktionäre kurzfristig beschlossen, auf eine Dividende zu verzichten. "Als inhabergeführte Gesellschaft haben wir kurze Entscheidungswege. Ich bin davon überzeugt, dass die aktuelle Krise den Trend von den größeren Instituten weg hin zu den kleineren, näheren und agileren Vermögensverwaltern beschleunigen wird. Die Reuss Private Group ist darauf vorbereitet. Als Unternehmer sind wir mit unseren Partnern und Kunden auf Augenhöhe – dies ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber den größeren Banken", ergänzt der Vorstandschef der Gruppe. (jb)