Finanziell sieht es für die deutschen Rentner in spe düster aus. So ist zumindest deren Selbstwahrnehmung: Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Insa Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge gehen 43 Prozent der Befragten davon aus, dass sie ihren aktuellen Lebensstandard im Ruhestand nicht werden halten können. Damit sehen sie sich sie in einer deutlich schlechteren Situation als die gegenwärtigen Ruheständler, berichtet das "Handelsblatt". Rund 68 Prozent der befragten Personen, die aktuell Rente beziehen, betrachten ihre wirtschaftliche Lage als stabil. Nur 26 Prozent gaben an, dass sich ihre finanzielle Situation nach dem Ausscheiden aus der Arbeitswelt verschlechtert habe.

Eine Untersuchung des Vermögensverwalters Natixis Investment Managers kommt zwar zu dem Ergebnis, dass sich die finanzielle Situation heutiger Rentner in Deutschland im internationalen Vergleich verbessert hat. Doch die Zukunft sieht düster aus. "Beim Verhältnis von Ruheständlern zu Erwerbstätigen weist Deutschland den sechstschlechtesten Wert aller untersuchten Länder auf", sagt Natixis-IM-Experte Sebastian Römer. Niedrige Zinsen gehören seiner Meinung nach zu den größten Risiken, weil der Zinseszinseffekt an Kraft verliert. "Die künftigen Rentner werden ihre Einstellungen zur Geldanlage an die Situation anpassen müssen", glaubt Römer. Portfolios sollten breiter aufgestellt, alternative Renditequellen genutzt werden, rät er.

Corona ist das Salz in der Wunde
Die aktuelle Krise wirkt angesichts der sowieso schon schlechten Ausgangslage wie ein Brandbeschleuniger. Aus Sicht der Natixis-IM-Experten sind die langfristigen Folgen der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Rezession noch gar nicht absehbar. "Die steigende Arbeitslosigkeit wird sich bemerkbar machen und zu geringeren Einzahlungen in die Sozialversicherung führen", befürchtet Römer. Er rechnet zudem damit, dass die Einkommens- und Vermögensschere durch die Coronakrise noch weiter auseinandergeht. (fp)