Seit der Finanzkrise 2009 haben sich Aktien- und Renteninvestments relativ stetig verteuert. Die Rohstoffpreise allerdings brachen ein und verloren seit 2011 gut 38 Prozent – gemessen am Bloomberg Commodity Total Return-Index. Der Index bewegt sich damit wieder auf dem Niveau von März 2009. Die einzelnen Rohstoffsektoren waren unterschiedlich stark betroffen: So fiel der Ölpreis in nur sechs Monaten um mehr als 50 Prozent. Die Preise für Industriemetalle und Getreide gaben in den vergangenen zwölf Monaten um etwa zwölf Prozent nach.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich Rohstoffe von der Entwicklung anderer Anlageklassen abkoppeln können, stellen die Experten der Privatbank Sal. Oppenheim fest. Zwar hätten Rohstoffe zuletzt auf der Verliererseite gestanden, es habe in der Vergangenheit aber auch Phasen steigender Rohstoff- und sinkender Aktiennotierungen gegeben. Langfristig könne die Beimischung von Rohstoffinvestments also dazu beitragen, das Rendite-Risiko-Profil des Gesamtportfolios zu verbessern. Zudem bestehe zwischen der Wertentwicklung von Rohstoffanlagen und der Inflation ein Zusammenhang: Steigende Rohstoffpreise führten naturgemäß zu einem Anstieg der Endproduktpreise, zumal die geringe Substituierbarkeit von Rohstoffen die Reaktion auf der Nachfrageseite begrenze. Rohstoffanleger entschädigten so für inflationsbedingte Einbußen.

Ölpreis könnte in der zweiten Jahreshälfte steigen
Die Entscheidung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die Ölförderung nicht anzupassen, hat zu einem rasanten Ölpreisrückgang geführt. Neben möglichen politischen Intentionen habe die OPEC offenbar die Schieferölproduktion in den USA zurückdrängen wollen, um eigene Marktanteile zu sichern, heißt es von Sal. Oppenheim. Die kosten- und investitionsintensive Schieferölproduktion rentiert nur bei einem hohen Ölpreis. Auf dem aktuellen Ölpreisniveau dürften kaum neue Förderprojekte entstehen. Bei einem erwarteten Weltwirtschaftswachstum von 3,8 Prozent könnte sich das Ölangebot bereits in der zweiten Jahreshälfte 2015 verknappen, erwartet die Privatbank. Der Ölpreis könnte dann wieder steigen. Auch wenn sich derzeit noch keine Bodenbildung beim Ölpreis abzeichnet, rechnet man bei Sal. Oppenheim im laufenden Jahr mit interessanten Investitionsmöglichkeiten in diesem Sektor.

In das Jahr 2015 ist Sal. Oppenheim mit einer deutlichen Untergewichtung fast aller Rohstoffsektoren gestartet, dazu zählten auch Energieträger. Aufgrund der langfristig positiven Eigenschaften der Anlageklasse bleibt die Bank jedoch investiert. Zudem hätten die vergangenen Jahre gezeigt, dass in den einzelnen Rohstoffsektoren wie Energie, Industriemetallen, Agrarrohstoffen, Edelmetallen und Vieh teilweise sehr unterschiedliche und sogar gegenläufige Preistrends zu beobachten seien. Die Experten der Bank bewerten deshalb Monat für Monat jeden einzelnen Rohstoffsektor und gewichten ihn entsprechend ihrer Einschätzung. Das habe in der Vergangenheit zu deutlich besseren Ergebnissen geführt als eine Buy-and-Hold-Strategie. (fp)