Die sich zuspitzende Krise zwischen den beiden koreanischen Staaten hat bislang kaum Auswirkungen auf die Wertentwicklung der Fonds. Nach Angaben von Scope ist der Durchschnitt der zwölf in Deutschland zugelassenen (Süd)Korea-Fonds zwar im Vergleich zu den übrigen in Asien investierenden Fonds ("Kategorie Aktien Asien ex Japan") über die letzten sechs Monate schlechter. Dennoch liege die Performance mit 4,1 Prozent im positiven Bereich. Auch in der kurzfristigen Betrachtung über einen und drei Monate (+7,88% beziehungsweise +2,38%) haben Anleger im Durchschnitt keine Verluste erlitten. Die Performance des vergangenen Monats liege sogar über der Wertentwicklung der Kategorie Aktien Asien ex Japan.

Auf der Risikoseite zeige sich hingegen, dass die Volatilität der in Südkorea investierenden Fonds höher ist. Diese lag (annualisiert) in den vergangenen sechs Monaten bei 17,9 Prozent wohingegen die übrigen Asienfonds mit 7,5 Prozent im Durchschnitt deutlich weniger Volatilität aufweisen. Laut Scope darf jedoch bezweifelt werden, ob die höhere Volatilität tatsächlich mit der aktuellen Krise in Verbindung steht. Zwei Gründe sprechen nach Meinung der Experten aus Berlin dagegen: Erstens, zeigt der koreanische Aktienmarkt typischerweise eine höhere Volatilität. So liegt diese beispielsweise im Betrachtungszeitraum von fünf Jahren bei 27,7 Prozent. Und zweitens sind in den Fonds zahlreiche Unternehmen enthalten, die weltweit agieren und somit ihre Risiken diversifiziert haben.

Einbruch bei Edelmetall-Fonds
Dagegen haben die Fonds der Kategorie "Aktien Branche: Edelmetalle" (insgesamt 26 Fonds), die primär in Aktien mit Fokus auf Edelmetalle wie Mienenbetreiber, Industrieunternehmen mit Edelmetallfokus oder Handelsunternehmen anlegen, im Jahresdurchschnitt 32,4 Prozent an Wert verloren. Die Spreizung der Ergebnisse beträgt dabei rund 30 Prozentpunkte, so Scope. Das schlechteste Ergebnis in den vergangenen zwölf Monaten zeigte der "Dynamic Precious Metals A" mit einem Verlust von 44,5 Prozent. Der "Pioneer Funds Gold and Mining E No Dis EUR" lieferte dagegen mit 14,6 Prozent einen wesentlich moderateren Verlust und platziert sich am oberen Ende der Vergleichsgruppe.

Auch im Hinblick auf die Risikoseite müsse man die Ergebnisse stark differenziert. Die Volatilität der Kategorie liege bei rund 24 Prozent. Der Abstand zwischen dem besten und schlechtesten Fonds beträgt 15,1 Prozentpunkte. Mit einer Volatilität von rund 30 Prozent weist der "Stabilitas - Silber+Weissmetalle P" das schlechteste Ergebnis während der vergangenen zwölf Monate auf.

Die Fondsanalysten begründen das Ergebnis mit einer Änderung der Anlegerhaltung, die aufgrund der abnehmenden Marktunsicherheit ihre Gelder aus dem vermeintlich sicheren Hafen "Gold" wieder verstärkt in die Aktienmärkte investieren. Hinzu komme, dass der Euro in den vergangenen zwölf Monaten gegenüber dem US-Dollar abgewertet hat. Da in den Fonds überwiegend nichteuropäische Unternehmen enthalten sind, führte dies zu einem zusätzlichen Verlust für Anleger. (jb)