Eine Analyse der Berliner Fondsanalysten von Scope zeigt, wie die Kosten einen Großteil der erzielten Jahresrenditen aufzehren oder sogar übersteigen. Scope hat dazu das Rendite-Kosten-Verhältnis von 89 Fonds (Hauptanteilsklassen) der Kategorie „Geldmarkt EUR“ während des vergangenen Kalenderjahres 2012 untersucht. Das Ergebnis: Bei vielen Geldmarktfonds zehren die Kosten einen signifikanten Anteil der Performance auf. Bei nahezu jedem zweiten Fonds betragen die Kosten mehr als 50 Prozent der Rendite. Die Auswertung zeigt auch, dass der Grund für negative Rendite teilweise bei den Kosten zu suchen ist: Bei rund 14 Prozent der Fonds übersteigen die Kosten die Bruttorendite.

Trend zu mehr Derivaten
Beim „ING (L) Renta Fund Euro Liquidity (EUR)“ zum Beispiel betrug die Bruttoperformance in 2012 rund ein halbes Prozent. Aufgrund der Gesamtkostenquote von 0,61 Prozent erleidet der Anleger jedoch einen Verlust Dies ist umso schmerzlicher für Investoren, als von Geldmarktfonds eine stabile positive Rendite erwartet wird. Im Durchschnitt lag die Rendite in der Kategorie „Geldmarktfonds EUR“ bei 1,1 Prozent, die durchschnittliche TER bei 0,5 Prozent.

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld ist es für Geldmarktfonds ohnehin schwer, eine vorzeigbare Rendite zu erzielen. Sie reagieren konzeptionsbedingt sehr sensitiv auf die Zinspolitik der Notenbanken. Innerhalb der Eurozone liegt der Leitzins mit 75 BP seit dem 05.07.2012 auf einem neuen Rekordtief. Geldmarktzinssätze wie der EURIBOR liegen mit einer Laufzeit von 12 Monaten (0,56 Prozent) beziehungsweise drei Monaten (0,19 Prozent) noch einmal deutlich unter dem Leitzinsniveau.

Aufgrund der niedrigen erzielbaren Renditen ist der Trend eines verstärkten Derivateeinsatzes zur Renditeoptimierung erkennbar. Dies hat in der Vergangenheit aber häufig zu deutlich erhöhten Risiken und Fehlinvestitionen geführt. (jb)