Von nichts kommt nichts, sagt der Volksmund. Dass dieser Spruch nicht uneingeschränkt richtig ist, zeigen immer wieder die von Vergleichsrechnern erstellten Rankings bei Fondspolicen. So kann es vorkommen, dass ein Vertrag, der mit einer Renditeannahme von null Prozent kalkuliert wird, tatsächlich eine Ablaufleistung aufweist, die höher ist als die eingezahlten Beiträge abzüglich der Kosten. Woher es kommt, dass von nichts doch etwas kommt, ist bei genauerem Hinsehen ganz leicht zu verstehen.

Versicherungsunternehmen weisen die Kosten für Fondspolicen nicht einheitlich aus. Dies gilt vor allem für die Kickbacks. Die Bestandsprovisionen ergeben sich aus den Managementgebühren, die Fondsgesellschaften genau wie bei einem Direktinvestment berechnen. Die Gebühr beläuft sich meist auf ein bis zwei Prozent der investierten Summe pro Jahr. Grob die Hälfte davon fließt bekanntlich an den Vermittler, im Falle einer Fondspolice also an die Versicherung.

Rechte Tasche, linke Tasche
Gibt der Versicherer die Kickbacks ganz oder teilweise an den Inhaber der Fondspolice weiter, so erhält dieser einen Teil seiner Kosten erstattet. Das ist natürlich positiv. Aber: Während manche Unternehmen Bestandsprovisionen klar als Kosten ausweisen, gehen sie bei anderen in die Überschüsse ein. Damit erhöhen sie die Ablaufleistung, obwohl sie beim Kunden lediglich von der rechten in die linke Tasche fließen. Genau das ist der Grund dafür, dass eine mit null Prozent Rendite kalkulierte Fondspolice am Laufzeitende eine Ablaufleistung zeigen kann, die höher ist als die eingezahlten Beiträge. Die Kickbacks machen aus nichts also doch noch etwas.

Ein anderer Knackpunkt: Kalkuliert eine Versicherung bei einer Fondspolice mit extrem niedrigen Kosten, ergibt sich im Vergleich zu Konkurrenzprodukten eine höhere Ablaufleistung. Sind die Kosten jedoch nicht garantiert, sondern können jederzeit erhöht werden, lässt sich die tatsächliche Ablaufleistung kaum ermitteln.

Sortiert nach Höhe der Ablaufleistung
Das Problem ist nicht, dass die Versicherer beim Ausweis ihrer Kosten rechtlich Fehler machen würden. An irgendeiner Stelle in der Police findet sich immer eine Passage, die darüber informiert, wie gerechnet wird. Schwierig ist allerdings, dass Vergleichsrechner oft nicht berücksichtigen, wie eine Ablaufleistung zustande kommt, sondern lediglich nach der Höhe sortieren.

Damit rutschen Produkte, die eigentlich günstiger sind, schnell einmal auf einen unteren Platz im Ranking, während kostspieligere weiter oben landen. Makler sollten daher immer selbst nachrechnen, welche Fondspolice für ihre Kunden tatsächlich am besten geeignet ist. (am)


Den vollständigen Artikel zu den Tücken von Vergleichsrechnern lesen Sie in der neuen Heftausgabe 1/2016 von FONDS professionell, die Ende März erscheint.