Die gesetzliche Rente ist für die derzeitige Rentnergeneration die wichtigste Einnahmequelle. Zusätzliche private Renten- oder Lebensversicherungen tragen nur geringfügig zu ihren Einkommen bei. Dagegen spielt die betriebliche Altersvorsorge (bAV) eine nicht unerhebliche Rolle bei der finanziellen Ausstattung der Rentner, zeigt eine Studie von TNS Infratest im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Die Bedeutung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge nimmt im Trend aber zu, so die kürzlich veröffentlichte „Untersuchung zur Alterssicherung in Deutschland“ (ASID).

Die mittlerweile siebte ASID-Studie basiert auf Zahlen von 2011 und liefert Informationen zur Art und Höhe der Einkommen von Bundesbürgern ab 55 Jahren. Die ASID-Untersuchungen sind nach Angaben des Sozialministeriums eine wichtige Grundlage für die regelmäßigen Alterssicherungsberichte der Bundesregierung. Auf diesen wiederum basiert Berlin seine künftige Rentenpolitik. Das macht die Ergebnisse auch für Finanzberater interessant.

Trend zu mehr bAV-Verträgen
Inzwischen beziehen in den alten Bundesländern 43 Prozent der Männer und zehn Prozent der Frauen über 65 Jahren aus der Privatwirtschaft eine bAV-Rente – Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes haben bekanntlich eigene Vorsorgewerke. Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es auch mit Blick auf die Höhe der bAV: Während Männer im Durchschnitt 577 Euro bekommen, erhalten Frauen nur 226 Euro. In den neuen Bundesländern beziehen lediglich vier Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen Leistungen aus einer bAV. Auch die Rentenhöhe liegt klar unter dem West-Niveau: Männer im Osten erhalten durchschnittlich 260 Euro im Monat aus einer bAV, Frauen nur 92 Euro.

Im Trend legt die bAV deutlich zu, zeigt die Studie. So sei der Prozentsatz der West-Männer, die eine eigene bAV erhalten – also ohne die in den oben genannten Gesamtzahlen für die bAV eingeschlossenen Witwen- oder Witwer-Bezüge – seit 1986 von 23 auf 31 Prozent gestiegen. Bei den Frauen hat sich dieser Anteil im gleichen Zeitraum von vier auf acht Prozent verdoppelt. Auch in den neuen Ländern ist mit einem Anstieg der bAV-Empfänger zu rechnen. So hatten 2007 bereits 35 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Ansprüche auf bAV-Leistungen erworben. Die Autoren der Studie verweisen in diesem Zusammenhang darauf, dass sich 2002 durch das Inkrafttreten des Altersvermögensgesetztes (AVmG) und des Altersvermögensergänzungsgesetzes (AVmEG) die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die bAV verbessert haben.

Mehr Lebens- und Rentenversicherungen
Anders sieht das Bild bei Renten- beziehungsweise Lebensversicherungen aus. Laut ASID beziehen nur vier Prozent der Männer und zwei Prozent der Frauen in den westlichen Ländern Leistungen aus einer der beiden Anlagen. In den östlichen Bundesländern sind es sogar nur jeweils ein Prozent der Rentner. Allerdings weist die Studie daraufhin, dass ein sehr großer Teil – 75 bis 80 Prozent – der Leistungen aus diesen Versicherungen als einmalige Kapitalbeträge ausbezahlt werden, die nur schwer erfassbar sind: 13 Prozent der Männer und vier Prozent der Frauen in Westdeutschland haben solche Zahlungen in den vergangenen 20 Jahre erhalten. Im Osten waren es sechs beziehungsweise vier Prozent.

Die Summen sind auch hier sehr unterschiedlich: In Westdeutschland erhalten Männer im Schnitt rund 52.000 Euro und Frauen rund 28.000 Euro. In Ostdeutschland liegt die Auszahlung für Männer bei durchschnittlich 23.000 Euro und für Frauen nur bei knapp 12.000 Euro. Allerdings nehme die Zahl entsprechender Versicherungen zu, so die Studienautoren. (jb)

Interessierte Leser finden die vollständige Studie hier.