Die Währungshüter der US-amerikanischen Notenbank Fed "erwarteten generell, dass sich die Konjunkturdaten im Einklang mit der Vorhersage des Ausschusses einer anhaltenden Verbesserung der Arbeitsmarktlage entwickeln werden", heißt es in dem Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) vom 29. und 30. Oktober, das am Mittwochabend veröffentlicht wurde. Dies "würde eine Reduzierung des Aufkauftempos in den kommenden Monaten rechtfertigen".

Die Notenbanker denken darüber nach, wie und wann sie ihre Bondkäufe drosseln können – ohne einen Anstieg der Zinsen auszulösen, der das Wirtschaftswachstum dämpfen und den Stellenaufbau zunichtemachen könnte. Die US-Notenbank kauft im Moment Anleihen im Volumen von monatlich 85 Milliarden US-Dollar auf. Zudem diskutiert man eine Senkung des Zinssatzes, den die Fed auf die Überschussreserven der Banken zahlt. Die meisten Teilnehmer sagten demnach, dass eine Senkung des Satzes von derzeit 0,25 Prozent zu einem gewissen Zeitpunkt in Betracht gezogen werden könne, "um eine Politikintention zu signalisieren, auch wenn der Nutzen eines solchen Schritts generell als wahrscheinlich gering betrachtet wurde".

EZB plant negativen Einlagensatz
Die Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) würden den Satz für die Geschäftsbanken, die ihre überschüssige Liquidität bei der EZB parken, von derzeit null auf dann minus 0,1 Prozent senken, sagten zwei mit der Debatte vertraute Personen am späten Mittwoch gegenüber Bloomberg News. Damit würde die EZB von ihrem bisherigen Muster bei den Änderungen ihrer Leitzinsen abweichen – bislang haben sich die Zinsschritte immer auf mindestens 25 Basispunkte belaufen.

Durch eine Rücknahme des Einlagensatzes um weniger als ein Viertel Prozentpunkt könnte die EZB die neue Strategie testen und zugleich mögliche Störungen an den Finanzmärkten minimieren, erklärte eine der Personen weiter. Über das neue Konzept, das von Mitgliedern im EZB-Rat besprochen wurde, besteht den Kreisen zufolge aber noch kein Konsens. Ein Sprecher der EZB wollte keinen Kommentar abgeben.

Die EZB hatte ihren Leitzins in diesem Monat um 25 Basispunkte auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt, ließ den Einlagensatz aber unverändert bei null Prozent. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am 7. November gesagt, die Zentralbank sei "technisch" für einen negativen Einlagensatz bereit, wenn der Wirtschaftsausblick dies rechtfertigen sollte. Eine Woche später erklärte Direktoriumsmitglied Peter Praet in Hongkong, dass ein Satz unter null möglich sei. (mb/Bloomberg)