Die beiden Hauptangeklagten im S&K-Prozess haben umfängliche Geständnisse abgelegt. Vor dem Landgericht Frankfurt ließ Firmengründer Stephan S. am Dienstag über seine Verteidiger erklären, dass er "die volle Verantwortung" für seine Taten übernehme. Sein früherer Mitstreiter Jonas K. bezeichnete das S&K-Geschäftsmodell wortwörtlich sogar als "schäbig und einfallslos" und sich selbst als "dumm und gierig" und entschuldigte sich bei den Geschädigten. Dies meldet die "Frankfurter Neue Presse".

Die beiden Hauptverantwortlichen in einem der größten Finanzskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte haben sich zu diesem Schritt entschlossen, da sie auf verkürzte Haftstrafen hoffen. Aus "prozessökonomischen Gründen" hatte die Staatsanwaltschaft Ende Januar beschlossen, den Vorwurf des bandenmäßigen Betrugs fallen zu lassen. Die beiden ehemaligen Chefs des Immobilienunternehmens S&K haben sich im Gegenzug dafür der Untreue schuldig bekannt.

11.000 Geschädigte
Zur Erinnerung: Die Angeklagten sollen mit ihrer Immobilienfirma S&K zwischen 2008 und 2013 ein Schneeballsystem aufgebaut haben, durch das insgesamt schätzungsweise 11.000 Anleger geschädigt wurden. Ihre Verluste werden auf gesamt 240 Millionen Euro taxiert (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Der aufsehenerregende Prozess ist auch eines der größten Wirtschaftsstrafverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Anklageschrift ist mehr als 3.000 Seiten stark. Wegen der Vielzahl der Vorwürfe sitzen vier der fünf Angeklagten seit ihrer Festnahme im Februar 2013 in Untersuchungshaft. Ein Angeklagter durfte nach einem Teil-Geständnis bereits im vergangenen Jahr die Untersuchungshaft verlassen. Bei einem anderen der insgesamt ursprünglich sechs Angeklagten wurde das Verfahren wegen krankheitsbedingter Verhandlungsunfähigkeit zum Jahreswechsel abgekürzt. (jb)