Der S&K-Prozess könnte schneller als erwartet zu Ende gehen. Die Verteidiger, die Staatsanwaltschaft sowie der Vorsitzende Richter am Landgericht Frankfurt haben sich in den letzten Wochen auf Eckpunkte der Anklage geeinigt, sodass bis zum Sommer ein Urteil fallen könnte.

Die Hauptangeklagten werden dem Vernehmen nach kommende Woche Geständnisse ablegen. Im Gegenzug wird die Staatsanwaltschaft den Vorwurf des bandenmäßigen Betrugs fallen lassen, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet. Die fünf Angeklagten müssten sich allerdings der Untreue schuldig bekennen. Das würde je nach Einzelfall Gefängnisstrafen zwischen fünf und neuneinhalb Jahren bedeuten.

Prozess zu umfassend
Zur Erinnerung: Die Angeklagten sollen mit ihrer Immobilienfirma S&K zwischen 2008 und 2013 ein Schneeballsystem aufgebaut haben, durch das etwa 11.000 Anleger geschädigt wurden. Die Verluste werden auf 240 Millionen Euro geschätzt (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Den Berichten zufolge ist der Prozess eines der größten Wirtschaftsstrafverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Anklageschrift ist mehr als 3.000 Seiten stark. Auch daher sitzen vier der fünf Angeklagten seit ihrer Festnahme im Februar 2013 in Untersuchungshaft. Ein Angeklagter durfte nach einem Teil-Geständnis bereits im vergangenen Jahr die Untersuchungshaft verlassen. Bei einem anderen der insgesamt ursprünglich sechs Angeklagten wurde das Verfahren wegen krankheitsbedingter Verhandlungsunfähigkeit zum Jahreswechsel abgekürzt.

Aus "prozessökonomischen Gründen" hat die Staatsanwaltschaft daher Ende Januar beschlossen, einen Teil der Vorwürfe fallen zu lassen. Ihre Vorschläge sind offenbar von den Angeklagten und deren Verteidigern akzeptiert worden. (jb)