Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat am Mittwoch Geschäftsräume des Edelmetallhändlers PIM Gold im hessischen Heusenstamm durchsucht. Entsprechende Informationen des "Handelsblatts" bestätigte die Behörde auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE.

Einem 48 Jahre alten Mann werde "unter anderem gewerbsmäßiger Betrug" vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft laut Handelsblatt mit. Der Beschuldigte kam in Untersuchungshaft. Nach Informationen der Wirtschaftszeitung handelt es sich bei dem Festgenommenen um den geschäftsführenden Gesellschafter des Goldhändlers.

Die Internetseite von PIM Gold war am Donnerstagvormittag nicht aufzurufen. Versuche von FONDS professionell ONLINE, das Unternehmen für eine Stellungnahme telefonisch zu erreichen, blieben erfolglos – zu hören war lediglich eine automatische Ansage in Dauerschleife.

Schwere Vorwürfe eines Ex-Mitarbeiters – "Vermögenswerte gesichert"
Dem Handelsblatt zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft seit über einem Jahr gegen den 48-jährigen PIM-Gold-Chef. Die Zeitung berichtet, schon 2017 habe ein früherer Mitarbeiter des Goldhändlers behauptet, es seien über 1,5 Tonnen Kundengold verschwunden. PIM Gold bestritt diese Vorwürfe stets und sah sich als Opfer einer "Schmutzkampagne". Laut Handelsblatt hatte das Unternehmen noch vor zwei Monaten mitgeteilt, man sei sicher, die Vorwürfe würden bald im Sande verlaufen und das Verfahren eingestellt.

Doch das ist offensichtlich nicht der Fall. Die Zeitung zitiert die Staatsanwaltschaft mit den Worten, ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdacht dauere an, und bei der Razzia am Mittwoch seien "Vermögenswerte zur Gewährleistung der Durchführung der gesetzlichen Einziehungsvorschriften gesichert" worden.

Hacker attackieren Medien, die kritisch über PIM Gold berichten
Über PIM Gold war in den vergangenen Monaten häufiger kritisch berichtet worden, auch die Finanzaufsicht Bafin hatte vor einer Vermögensanlage des Anbieters gewarnt.

In den letzten Wochen gab es mehrere Cyberangriffe auf Medien, die kritisch über PIM Gold berichteten. Hacker legten mit sogenannten DDoS-Attacken zeitweise mindestens fünf Internetportale lahm, darunter auch FONDS professionell ONLINE. Bei solchen Angriffen wird durch eine hohe Anzahl von Anfragen eine gezielte Überlastung des Servers verursacht.

Wer hinter den Attacken steckt, ist unklar. PIM Gold distanzierte sich gegenüber dem "Handelsblatt" von den Vorfällen. "Es ist völlig absurd, PIM Gold mit den Angriffen in Verbindung zu bringen. Es handelt sich offensichtlich um einen erneuten Versuch, die Firma zu diskreditieren", zitiert die Zeitung einen Anwalt des Unternehmens. (bm)