Die Zentralbanken dürften an ihrem eingeschlagenen Weg festhalten, bis es zum nächsten Systembruch kommt – und Investoren haben in diesem Umfeld drei Möglichkeiten, erklärt Bert Flossbach, Chef und Starfondsmanager beim Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch und Lenker von dessen Flaggschiff-Fonds FvS Multiple Opportunities .

Erstens könnten Anleger auf die Allmacht der Notenbanken vertrauen, jede Krise lösen zu können. Zweitens könnten sie alles auf die nächste Krise des Finanzsystems setzen. Und drittens könnten sie eine robuste Anlagestrategie mit genügend Risikopuffer wählen, um Krisen einigermaßen schadlos zu überstehen, ohne dabei einen Großteil des Renditepotenzials aufzugeben. Dies sei die offenkundig beste Wahl, denn obwohl der Aktienmarkt dem "Nullzinsbraten" nicht traue, sondern eine baldige Normalisierung der Zinsen unterstelle, können es doch ganz anders kommen.

Wer die erste Möglichkeit wähle, gleiche "einem Truthahn, der am Vorabend von Thanksgiving den gewohnten Gang zum Futtertrog antritt, um dann festzustellen, dass man ihm nach dem Leben trachtet", so Flossbachs Metapher. Derartige "Truthahninvestoren" fokussierten sich auf die nahe Zukunft und vernachlässigten dafür langfristige Renditen. Das Gegenteil sei ein Anleger, der sich voll auf ein Untergangsszenario fokussiere: "Er spekuliert auf den Tod des Truthahns, ohne aber den Zeitpunkt zu kennen", sagt Flossbach. Diese Strategie sei allerdings kostenintensiv, Anleger müssten bereit sein, über unbestimmte Zeit kleinere Verluste hinzunehmen.

Gute Erfahrungen mit der dritten Alternative
Damit bleibe die dritte Alternative, sagt Flossbach: "Damit haben wir seit der Finanzkrise im Jahr 2008 gute Erfahrungen gemacht." Mit einer robusten Anlagestrategie ließen sich in ruhigen Zeiten gute Erträge erwirtschaften, in turbulenten Zeiten sei sie widerstandsfähig genug, um Verluste auf ein tragbares Maß zu reduzieren.

Wichtig sei die Liquidität der Anlagen, um flexibel auf Veränderungen im Anlageumfeld reagieren zu können, so Flossbach: "Eine robuste Anlagestrategie basiert auf möglichst krisensicheren Geschäftsmodellen, vermeidet einen starken Staatseinfluss wie beispielsweise bei der deutschen Energiewende, einen riskanten Fremdkapitalhebel und große Gegenparteirisiken und fügt die einzelnen Komponenten zu einem ausgewogen diversifizierten Portfolio aus Aktien, Anleihen, Liquidität und Gold zusammen." (fp)