Nachhaltigkeit rechnet sich - davon zeigen sich auch Immobilieninvestoren in Europa zunehmend überzeugt. Der Anteil nachhaltiger Gebäude in den Portfolios der europäischen Profianleger dürfte sich auf mittlere Sicht signifikant erhöhen. Neben der Neuentwicklung von "Green Buildings" wird dabei die nachhaltige Sanierung des Immobilienbestandes an Bedeutung gewinnen. Zu diesem Ergebnis kommt Union Investment in ihrer Studie "Immobilieninvestments in Europa", für die 185 Investitionsentscheider von Immobilienunternehmen und institutionellen Anlegern in Deutschland, Frankreich und Großbritannien repräsentativ befragt wurden.

Der Umfrage zufolge sind bei 64 Prozent der befragten Unternehmen Nachhaltigkeitskriterien fest in der Immobilien-Investitionsstrategie verankert. Ungeachtet der durch die Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelösten Turbulenzen auf den Immobilieninvestmentmärkten bewegt sich auch das Investitionsinteresse an nachhaltigen Gebäuden weiterhin auf hohem Niveau: So wollen 62 Prozent der Investoren zukünftig deutlich mehr in nachhaltige Gebäude investieren. Insbesondere die französischen Investoren kündigen hier verstärkte Engagements an. In die Neuentwicklung von "Green Buildings" beabsichtigen 55 Prozent aller Befragten in den nächsten zwölf Monaten zu investieren; die Modernisierung beziehungsweise Sanierung des eigenen Immobilienbestandes unter Berücksichtigung von Aspekten der Nachhaltigkeit wollen 52 Prozent kurzfristig in Angriff nehmen. Aufschlussreich ist, dass nachhaltige Immobilieninvestments von rund 50 Prozent der befragten Investoren als Teil der ganzheitlichen unternehmerischen Verantwortung (Corporate Social Responsibility) verstanden werden. Dieses Verständnis ist mit einer Zustimmung von fast 60 Prozent bei UK-Investoren besonders ausgeprägt.

"Gegenüber der letzten Umfrage deutet sich an, dass das Bewusstsein der ökonomischen Chancen von nachhaltigen Gebäuden unter den Investoren zugenommen hat", sagt Dr. Reinhard Kutscher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate GmbH. 54 Prozent der befragten Immobilieninvestoren sind der Meinung, dass Nutzer und Investoren gleichermaßen von nachhaltigen Gebäuden profitieren. Von einer Win-Win-Situation zeigten sich im Herbst 2009 erst 46 Prozent der Investoren überzeugt.

Die Umfrageergebnisse legen zudem den Schluss nahe, dass sich die Angebotsseite zumindest in der Wahrnehmung der Investoren sukzessive verbessert. Knapp 40 Prozent der Investoren sind der Ansicht, in ihren jeweiligen Ländern habe sich ein Markt für "Green Buildings" herausgebildet. Der Referenzwert der letzten Umfrage liegt bei 26 Prozent. Nutzerseitig sehen die europäischen Investoren erst zu 33 Prozent eine breite Nachfrage nach nachhaltigen Flächen. Der Wert wird von den hohen Nennungen der französischen Investoren (45 %) getragen. In Frankreich registriert die Studie   eine besonders starke Beschäftigung mit der ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit. Hier wird auch das Potenzial nachhaltiger Gebäude, in Zukunft eine eigene Asset Klasse zu bilden, am stärksten eingeschätzt. (rmk)