Zwei prominente Volkswirte warnen vor Rückschlägen an der amerikanischen Börse. "Am US-Aktienmarkt gibt es Zeichen der Überbewertung", sagte Robert Gordon, der als einer der einflussreichsten Ökonomen der Welt gilt, auf dem Amundi World Investment Forum in Paris.

Gordon hält das Renditeniveau zehnjähriger US-Staatsanleihen für viel zu niedrig. "Wenn die Finanzmärkte das realisieren, wird es auch zu einer Korrektur der Bewertung am Aktienmarkt kommen", so Gordon. "Das könnte der US-Börse das Kreuz brechen." Der Mechanismus dahinter: Wenn Anleihen wieder höhere Renditen bieten, büßen Aktien an Attraktivität ein – und die Kurse sinken. "Innerhalb der nächsten zwei Jahren müssen wir uns auf eine signifikante Korrektur an den Aktienmärkten gefasst machen", so Gordon.

US-Wirtschaft ist "sehr fragil"
Durchaus skeptisch äußerte sich auf der Amundi-Kundenveranstaltung auch Harvard-Ökonom Martin Feldstein. "Das Kurs-Gewinn-Verhältnis am US-Aktienmarkt liegt inzwischen 70 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt", betonte er. Derzeit laufe die Konjunktur in den Vereinigten Staaten zwar rund, die Lage sei aber "sehr fragil".

"Es ist offen, was der Auslöser für eine Korrektur am Aktienmarkt sein wird", so Feldstein. "Klar ist aber, dass sie kommen wird – und dass sie auf andere Märkte überschwappen wird." (bm)


Die wichtigsten Aussagen weiterer prominenter Referenten auf dem Amundi World Investment Forum inklusive ausgewählter Fotos von der Veranstaltung finden Sie hier.