Jürgen Stark, der frühere Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), hält die Euro-Krise keinesfalls für ausgestanden. "Wir haben den Krisenmodus nie verlassen", sagte er auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim im Interview mit Hans Heuser, dem Herausgeber des Magazins. Die EZB habe nur die "Illusion geweckt", dass die Probleme hinter uns liegen. "Und was die Krise selbst angeht, dürfte sie im Begriff sein, wieder zu eskalieren", so Stark.

Der Top-Ökonom kritisierte das Anleihenkaufprogramm, dass seine ehemaligen Kollegen bei der EZB kürzlich angekündigt haben. Auf die Frage, welche andere Option geblieben wäre, sagte Stark: "Die Alternative dazu ist, dass die Regierungen die Probleme wirklich angehen, die sie in ihrer Verantwortung angehen müssen." Nur so ließe sich die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Volkswirtschaften wieder herstellen. Die laxe EZB-Geldpolitik könne diese Probleme nur "übertünchen", nicht aber lösen. (bm)

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