Die Deutschen haben ein ambivalentes Verhältnis zu Banken. Den Instituten selbst vertraut nur jeder fünfte Bundesbürger – auf ihren Bankberater verlassen sich hingegen zwei Drittel. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens Yougov unter mehr als 2.000 Personen. Besonders großes Misstrauen gegenüber Geldhäusern hegen Kunden von Direktbanken. Zwei von fünf Direktbank-Kunden (41 Prozent) sind überzeugt, dass ihnen besser mit Skepsis zu begegnen sei. Weniger Misstrauen herrscht bei Kunden von Sparkassen (28 Prozent) und Großbanken (29 Prozent).
 
Im Kontrast dazu hatte mit 62 Prozent die Mehrheit der Befragten beim letzten Gespräch mit ihrem Bankberater das Gefühl, diesem vertrauen zu können. Nur jeder Zehnte gab an, dem Profi nicht über den Weg getraut zu haben. Die Befragten hatten in den meisten Fällen nicht einmal das Gefühl, dass der Berater ihnen unbedingt Anlageprodukte habe verkaufen wollen. Nur 14 Prozent sahen sich zum Kauf bestimmter Produkte gedrängt. Außerdem hatte die Mehrheit laut Yougov den Eindruck, dass sich die Empfehlungen des Bankberaters an ihren individuellen Bedürfnissen orientierten (59 Prozent) und dass ihre Interessen für den Bankberater an erster Stelle standen (48 Prozent).
 
Filiale bleibt erste Anlaufstelle
Es fällt auf, dass innerhalb der verschiedenen Altersgruppen besonders die jüngsten und ältesten Befragten großes Vertrauen in ihren Bankberater setzen. Von den 18- bis 24-Jährigen vertrauen 77 Prozent dem Profi, unter den Befragten ab 55 Jahren sind es immerhin 67 Prozent. Im Vergleich ist das Berater-Vertrauen unter den 35- bis 44-Jährigen (53 Prozent) und 45- bis 54-Jährigen (57 Prozent) deutlich geringer ausgeprägt, zeigt die Umfrage. Insgesamt gaben 61 Prozent jener, die sich von einem Bankmitarbeiter haben beraten lassen, mit dem Gespräch voll und ganz zufrieden gewesen zu sein.
 
Am liebsten lassen sich Kunden nach wie vor in der Filiale beraten (75 Prozent). Auf Rang zwei der beliebtesten Kommunikationskanäle liegt das Telefon (48 Prozent), gefolgt von der App der eigenen Bank (43 Prozent). Rein digitale Kommunikationsformen sind bei Bankkunden dagegen erstaunlich unbeliebt. Nur jeder Siebte würde einen Chatbot oder Robo-Advisor nutzen, um die eigene Bank zu kontaktieren. (fp)