Aktien sind weiterhin alternativlos, bei dieser Meinung bleibt die große Mehrheit der Investoren. Doch nicht mehr alle von ihnen sind mit Blick auf die Entwicklung am Aktienmarkt so optimistisch wie noch vor ein paar Monaten. Das zeigt eine Umfrage der Bank of America unter 232 internationalen Investment-Managern: Netto 50 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten Aktien übergewichtet. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber einem Höhepunkt von gut 60 Prozent im April, berichtet das "Handelsblatt". 

Trotz des gedämpften Optimismus bleiben die Investoren in der Anlageklasse investiert. "Wir waren überrascht, wie sehr die Investoren weiter auf Aktien setzen, obwohl sie pessimistischer mit Blick auf die Konjunktur werden", sagt Andreas Bruckner, Europa-Experte bei der Bank of America. Besonders beliebt sind US-Tech-Werte und Produkte mit ESG-Label. Mit Blick auf den Anstieg der Inflation sind die Investoren mittlerweile deutlich entspannter als noch im Frühjahr. Während damals noch fast doppelt so viele Investoren eine steigende Inflation erwarteten gegenüber denen, die eine fallende prognostizierten, sind die beiden Lager inzwischen gleich groß.

Späte Reaktion der Fed
Insgesamt 84 Prozent der Befragten erwarten, dass die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) die Anleihekäufe zum Jahresende hin drosselt. Bereits seit Monaten wird unter Anlegern diskutiert, ob die Fed damit zu spät auf die Preissteigerung reagiert. Die Sorge: Mit einer späten, aber zu starken Gegenreaktion könnte sie die Wirtschaft und die Kurse unter Druck setzen. (fp)