Pandemiebedingt verbringen die meisten Menschen seit etwas mehr als einem Jahr überdurchschnittlich viel Zeit im bisweilen beengten Zuhause. Das weckt in einigen den Wunsch nach grundlegender Veränderung. Das bestätigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen. Demnach sind drei von vier Befragten zwar mit ihrer Wohnsituation insgesamt zufrieden. Allerdings hat jeder Dritte während der Pandemie bereits Modernisierungs- und Renovierungsmaßnahmen ergriffen. Und jeder fünfte Mieter denkt inzwischen ernsthaft über Wohneigentum nach.  

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Analyse des Onlineportals Immoscout24. Laut dieser ist das Interesse an Eigentumswohnungen und Häusern im vergangenen Jahr um ein Drittel gestiegen. Bernd Hertweck, Verbandschef der Privaten Bausparkassen, überrascht der Trend keineswegs: "Die meisten Bundesbürger spüren coronabedingt erhebliche Einschränkungen ihrer Wohnsituation. Kein Wunder also, dass sich der Anspruch an das Zuhause signifikant geändert hat." Laut der Forsa-Umfrage wünschen sich 18 Prozent der Befragten mehr Wohnfläche, 17 Prozent mehr Räume, also Rückzugsmöglichketen, 16 Prozent wünschten sich "Wohnen im Grünen" und elf Prozent einen Balkon oder eine Terrasse.

Finanzierung als Hindernis 
Die Mieter, die gerne zu Eigentümern werden würden, hindert an der Verwirklichung ihres Wunsches vor allem das nötige Eigenkapital. "Dies unterstreicht die Notwendigkeit, Menschen mit durchschnittlichem Einkommen zu helfen, hierfür rechtzeitig zu sparen", sagt Hertweck. Insgesamt 27 Prozent der Bundesbürger würden am liebsten im ländlichen Raum in einer Gemeinde wohnen. 21 Prozent bevorzugen eine Klein-, 26 Prozent eine Mittelstadt.(fp)