Deutsche Verbraucher nutzen ihre Smartphones mittlerweile für so ziemlich alles – außer für das Finanzmanagement. Obwohl mobile Endgeräte in Deutschland weit verbreitet sind, setzen gerade einmal 14 Prozent der Anwender sogenannte Personal Finance Management-Apps ein, zeigt eine Studie im Auftrag des Finanztechnologie-Anbieters FIS. Andere digitale Finanztools sind weitaus beliebter: Etwa Übersichten über getätigte Ausgaben oder automatische Warnungen, sobald der Kontostand eine bestimmte Untergrenze unterschreitet.
 
In anderen Ländern ist der Trend zu Finanz-Apps weiter fortgeschritten. So verwenden weltweit 90 Prozent der Bankkunden die App ihrer Hausbank. Rund 44 Prozent der Kunden mit Smartphone nutzen beim Bezahlen Mobile-Payment-Lösungen. In Deutschland zeigt sich vor allem die Gruppe der Millennials aufgeschlossen gegenüber moderner Finanztechnologie. Sie tätigt mehr als doppelt so viele Zahlungen per Handy oder Tablet als der Durchschnitt.

Am Bedarf vorbei
Die Zurückhaltung mancher Verbraucher kann man auf den ersten Blick kaum den Banken anlasten. Die haben nämlich der Studie zufolge bei mobilen Bezahlsystemen und im Multi-Channel-Management deutlich aufgerüstet. Onlinebanking und Beratung via Telefon, Chat und E-Mail sind mittlerweile bei vielen Geldinstituten Standard.

Dumm nur, dass weder Multi-Channel-Erreichbarkeit noch mobile Bezahlangebote zu den Top-Ten-Wünschen der Bankkunden gehören. Diese wollen vor allem Fairness, Transparenz und gute Beratung. "Die Kunden sind erstaunlich offen für neue Formate, die ihre Geldanlage und ihre Finanzen betreffen", sagt Christian U. Haas, Geschäftsführer von FIO Germany & Austria. "Nun kommt es für die Banken darauf an, die passenden Angebote zu schaffen." (fp)