Aktien von Luxusgüter-Produzenten zählten am Kapitalmarkt in den vergangenen 20 Jahren zu den erfolgreichsten Anlagezielen überhaupt; und nach Ansicht des Karlsruher Vermögensberaters Long-Term Investing gibt es gute Gründe dafür, dass dieser Erfolg auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten anhalten wird. Denn die Trends, die in der Vergangenheit den Aufstieg der Branche befördert hätten, seien weiterhin in Gang.

Drei strukturelle Gründe für den Luxus-Boom
Erstens wachen in den Schwellenländern neue "wohlhabende Funktionseliten", die sich gern mit Statussymbolen umgeben, heißt es in einer Analyse des früheren Fondsmanagers und heutigen Anlage-Beraters Karl-Heiz Thielmann. Zweitens verändere sich in den entwickelten Industriestaaten der Luxus-Konsum: Hier etabliere sich nach und nach eine status- und genussorientierte Lebensauffassung, während die traditionell in Nordeuropa verbreitete protestantisch geprägte Ethik auf dem Rückmarsch sei. Drittens professionalisiere sich die Anbieterseite: Nachdem in den vergangenen Jahren durch Übernahmen und Fusionen immer größere Luxusgüterkonzerne entstanden sind, wurde nicht nur die Effizienz in der Produktion erhöht, sondern auch das Marketing stark verbessert. 

Das alles führe dazu, dass sich führende Luxus-Marken weltweit etablierten – und zwar immer stärker als sogenannte Positionsgüter, also um damit die Zugehörigkeit zu einem bestimmten sozialen Status auszudrücken.  Erfolgreiche Luxuskonzerne punkteten daher vor allem mit einer Markenführung, die versucht, das Luxusgut von industrieller Massenproduktion abzusetzen. Ein Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Positionierung sei es, eine exklusive Markenidentität zu erhalten, zugleich  aber Kostenvorteile durch Massenproduktion zu nutzen und den Vertrieb zu internationalisieren. Vorbild für dieses Geschäftsmodell sei das französische Konglomerat LVMH Louis Vuitton Moët Hennessy, ein Multi-Marken-Manager, der inzwischen rund 60 Marken in über 3000 Geschäften verkaufe. Dessen Hauptproblem im Moment sei, dass langsam die Akquisitionsobjekte ausgingen. "Vielleicht wird dann in Zukunft aber mehr von dem enormen freien Cashflow, den diese Unternehmen generieren, an die freien Aktionäre wiedergegeben", prognostiziert Thielmann.

Schwachpunkt Nachhaltigkeit
Die größte Schwäche der Branche bestünde derzeit in einem unterentwickelten Verständnis für Fragen der Nachhaltigkeit. So fänden sich die großen Luxusfirmen – abgesehen vom Weltmarktführer LVMH – auf unteren Plätzen der einschlägigen Nachhaltigkeitsrankings wieder. Dem Thema müssten sich alle Anbieter stellen, da sonst langfristig Akzeptanzprobleme drohten. (mb)