Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der allgemeine Anlagenotstand treiben immer mehr Investoren in Immobilieninvestments. Die können sinnvoll sein, bergen aber auch Tücken, warnt Gottfried Urban, Vorstand der Bayerische Vermögen AG. "Der Immobilienboom wird viele Menschen dazu verleiten, das Falsche zu tun: Zu viele Schulden wegen der Niedrigstzinsen aufzunehmen, zu wenig auf Nebenkosten und Lage zu achten."

Eine gute Infrastruktur wertet Immobilien auf. Öffentlicher Nahverkehr, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte in der Nähe sind ausgesprochen wichtig. "Aber Achtung: Die örtliche Infrastruktur kann sich ändern", warnt Urban. "Viele kleinere Städte, Stadtteile oder Dörfer sind nur noch Schlafstandorte, den Einzelhandel, Schulen oder Ärzte findet man nicht mehr." Auch Umwidmungen von Straßen oder neue, großangelegte Gewerbebauten können Anlegern das Immobilieninvestment vermiesen.

Mieten steigen nicht ins Unermessliche
Viele Anleger nehmen hohe Kaufpreise in Kauf, weil sie auf weiter steigende Mieten spekulieren. Mietsteigerungen sind mittlerweile aber gesetzlich erschwert worden. "Zudem wir die Luft dünner bei denen, die sich diese Mieten dann noch leisten können oder wollen", sagt Urban. "Eine Gefahr sind auch steigende Zinsen. Die Finanzierung ist oft zu knapp kalkuliert."

Hauskäufer sollten zudem die Kosten für Pflege, Modernisierung und Instandhaltung ihres Besitzes nicht unterschätzen. "Mit zunehmendem Alter der Immobilie steigen in der Regel auch die Kosten", sagt der Vermögensverwalter. "Dafür muss Geld zurückgelegt werden." (fp)