Aktiv verwaltete Aktienfonds sind deutlich schlechter als ihr Ruf, zeigt eine aktuelle Analyse des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices. "Kaum ein Profi schafft es noch, den Markt zu schlagen", fasst Marc-Oliver Lux, Vorstand der Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner, das Ergebnis zusammen. Auf Sicht von zwölf Monaten blieben 83 Prozent der aktiv verwalteten deutschen Aktienfonds hinter dem S&P Germany zurück. Damit hat sich die Erfolgsquote gegenüber früheren Leistungsvergleichen noch einmal deutlich verschlechtert: Ein Jahr zuvor hatten auf Zwölf-Monats-Sicht "nur" 60 Prozent der aktiven Fonds schlechter abgeschnitten als der Index.

Europaweit fällt die Bilanz aktiver Fonds geradezu desaströs aus. 90 Prozent der Manager konnten den Markt zuletzt nicht schlagen. Bei US-Fonds versagten sogar 98 Prozent der Manager. "Am brutalsten scheitern jedoch jene Profis, die vom Vermögen der Kunden globale Aktien kaufen", sagt Lux. Bei international investierenden aktiven Aktienfonds hinken auf Sicht von zehn Jahren fast 99 Prozent der Produkte dem Markt hinterher. "Offensichtlich haben die Experten mit den politischen und von Notenbanken getriebenen Börsen Probleme", kommentiert der Vermögensverwalter.

Fondsmanager haben zu viel Angst
Vielen Fondsprofis fehlt auch in "normalen" Marktphasen der Mut, durch gezielte Wetten den Kostennachteil aktiver Fonds gegenüber ETFs auszugleichen. Viele aktive Fonds bilden mehr oder weniger einen Index ab – so schneiden sie nach Kosten automatisch schlechter ab als Indexfonds. 

Lux hat Verständnis für die Nöte der Fondsmanager. "Wer große Abweichungen von der Messlatte in seinem Fonds aufbaut und danebenliegt, kann schnell seine Karriere ruinieren", sagt er. Anleger fahren beim Vermögensaufbau aber besser, wenn sie für ihr Basisinvestment auf Indexfonds setzen. "Damit ist man in den Rennlisten zwar nicht unbedingt ganz vorne, läuft aber auch nicht Gefahr, schlechter abzuschneiden als der Markt." (fp)