"Basta!", hieß es am Montag von Guiseppe Conte. Der parteilose Ministerpräsident Italiens kündigte auf der Sitzung des italienischen Senats seinen Rücktritt an. Der Grund: Conte kritisiert das Verhalten von Innenminister Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega. Dieser provoziere einen Bruch mit der Regierung absichtlich, um Neuwahlen zu ermöglichen. Nach Contes Rücktritt gibt es mehrere Möglichkeiten, wie es mit Italiens Regierung weitergehen könnte. Roberto Rossignoli, Portfoliomanager beim digitalen Vermögensverwalter Moneyfarm, hält drei Szenarien für realistisch.

Wenn Salvinis Plan aufgeht, kommt es nun zu Neuwahlen in Italien. Der Lega-Politiker will von den aktuell guten Umfragewerten profitieren und die Koalition mit der Fünf-Sterne-Regierung auflösen. Jedoch hält Rossignoli diese Möglichkeit unter anderem wegen der "mangelnden Bereitschaft der politischen Parteien, politische Verantwortung zu übernehmen" für unwahrscheinlich. Die zweite Option ist eine langfristige Koalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und Demokratischer Partei. Das könnte jedoch wegen der politischen Unstimmigkeiten der Parteien schwierig werden, vermutet Rossignoli.

Übergangsregierung könnte Salvini nützen
Am wahrscheinlichsten ist für den Portfoliomanager eine Übergangsregierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und Demokratischer Partei bis zum Frühjahr 2020. Das sei jedoch eine Chance für Salvini, "aus der Opposition heraus die Übergangsregierung und die Europäische Union zu beschuldigen." Dennoch nimmt Rossignoli an, dass Italiens Präsident Sergio Mattarella diese Option favorisiert. (fp)