Felix Hufeld, Chef der Finanzaufsicht Bafin, hat sich in einem Interview mit dem Handelsblatt dafür ausgesprochen, dass seine Behörde bei Straftaten von Banken wie Verstößen gegen das Geldwäschegesetz hart durchgreifen darf. "Jede Aufsichtsbehörde muss Verstöße sanktionieren können", wird er in der Zeitung zitiert. Dabei stellt er klar, dass er statt einer Geldbuße von 5.000 Euro lieber eine in Höhe von fünf Millionen Euro sehen würde.

Allerdings sei die Finanzaufsicht im vergangenen Jahr bei der Höhe der Bußgelder weiter gegangen als jemals zuvor. "Wir haben wegen Verstößen gegen Vorschriften der Geldwäscheprävention Bußgelder von insgesamt mehr als 40 Millionen Euro verhängt – darunter das höchste Einzelbußgeld, das eine Finanzaufsicht jemals in Deutschland verhängt hat", so Hufeld.

Einige Lebensversicherer weniger?
Die Handelsblatt-Redakteure sprachen auch das Niedrigzinsumfeld und die zuneehmend prekäre Lage der Lebensversicherer an. Diese Branche und vor allem einzelne Gesellschaften stünde aus diesem Grund unter extremen Druck. "Kurz- bis mittelfristig bleibt die Kapitalausstattung unseren Prognosen zufolge zwar stabil. Die langfristigen Folgen sind aber extrem schwer einzukalkulieren. Ich kann nicht ausschließen, dass einzelne Lebensversicherer aus dem Markt ausscheiden werden", macht Hufeld klar.

Zugleich sprach er sich für eine weitere Senkung des Garantiezinses aus, da selbst die derzeitigen 1,25 Prozent auf Dauer nicht zu halten sind, wenn die Zinsen so niedrig bleiben, wie sie aktuell sind. (jb)