Nach der Allianz hat auch die Ergo einen Vertriebserfolg mit ihrem neuen Garantieprodukt gemeldet. Die Juni 2013 gestartet Ergo Rente Garantie hat mittlerweile einen Anteil von über 50 Prozent am Neugeschäft bei privaten Rentenversicherungen, wie Ergo-Vorstand Daniel von Borries in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung" sagte.

Im vergangen Jahr haben die Allianz und Ergo je eine private Rentenversicherung gestartet, die auf einem alternativen Garantiemodell basiert. Zum Jahreswechsel zog die Axa mit ihrer Relax-Rente nach. Der Anlass für die Konzeption dieser Produkte, die die Garantien auf jeweils unterschiedliche Weise darstellen, ist das Niedrigzinsumfeld. Die mageren Zinsen erschweren es den Versicherungsunternehmen immer mehr, die vertraglich vorgeschriebenen Garantieleistungen zu erfüllen. Außerdem werden die Lebenspolicen durch die am Markt übliche Zinsgarantie von nur 1,75 Prozent für Anleger unattraktiver. Das sollen die neuen Produkte mittels höherer Überschussbeteiligungen wettmachen (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Ergo: Künftig alle Altersvorsorgeprodukte mit neuem Garantiemodell
Die Ergo-Mutter Munich Re hat bei der Vorstellung ihrer Geschäftszahlen für 2013 auch kurz das neue Garantieprodukt erwähnt. Zwar habe das Produkt – noch – keinen wesentlichen Einfluss die Geschäftszahlen für 2013 gehabt. Der oben erwähnte Erfolg hat aber dazu geführt, dass das Garantiekonzept künftig auch bei staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten sowie in der betrieblichen Altersvorsorge eingesetzt wird, wie die Munich Re meldet. Nähere Details sind am 2. April zu erwarten, wenn die Ergo ihren Jahresabschluss für 2013 vorstellt.

Die Allianz hatte schon Ende Februar berichtet, die neue Rentenversicherung "Vorsorgekonzept Perspektive" sei seit der Jahresmitte 2013 rund 20.000 Mal verkauft worden. Den Barwert dieser Prämien schätzt die Allianz auf 350 Millionen Euro (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Weniger Riester-Verträge in 2013
Dagegen ist die Zahl der Riester-Verträge in Deutschland rückläufig, geht aus einer Statistik des Branchenverbands GDV hervor. Ende 2013 existierten 10,8 Millionen Verträge, was einem Rückgang um 0,2 Prozent gegenüber 2012 entspricht. Damit ist wieder der Bestand von 2011 erreicht, als der GDV ebenfalls 10,8 Millionen Riester-Verträge zählte. Gestiegen sind dagegen die Brutto-Beiträge für die staatlich geförderte Rente: Sieben Milliarden Euro wurden eingezahlt, nach 6,9 Milliarden Euro im Jahr 2012. Offizielle Zahlen des Bundesarbeitsministeriums liegen noch nicht vor.

Die Zahl der Basis-Renten ("Rürup-Renten") ist dem GDV von 2012 auf 2013 von 1,7 auf 1,8 Millionen Verträge gestiegen. Die Bruttoeinnahmen stiegen im Jahresvergleich um 200 Millionen Euro auf 3,1 Milliarden Euro. (jb)